Dienstag, 20. November 2007

Lago Titicaca

Mit meiner Freundin These bin ich für fünf Tage an den Titicacasee gefahren.


Zunächst etwas zur Fahrt: Wir wollten gerne nachmittags schon los, damit wir nicht zu spät in Puno ankommen und so noch etwas Zeit haben, uns ein Hostal zu suchen. Das Problem ist nur, dass es nachmittags kaum Busse von Cusco nach Puno gibt. Also waren wir gezwungen einen recht einfachen Bus zu nehmen. Auf den Fotos der Busgesellschaft sah der Bus natürlich richtig gut aus. Ausserdem wurde mir versichert, der Bus brauche nur 6 Stunden. Nachdem ich kritisch nachgefragt hatte, denn ich wusste von Freunden, dass die Busse alles andere als gut sind, bekamen wir die Tickets immerhin für 15 S/. pro Person. Wie zu erwarten war, war es ein echter Klapperbus und wir waren auch die einzigen Touristen. Auf der Fahrt sind immer wieder Leute ein und aus gestiegen. Manche wollten Essen verkaufen, andere mit Gedichten und Bonbons etwas Geld verdienen. Plötzlich hörten wir ein lautes Geräusch und der Bus hielt am Strassenrand. Was war geschehen? Ein Bündel voll mit Avokados war vom Dach gefallen und diese lagen nun über mehrere Meter auf der Strasse verteilt! Zum Glück hatten These und ich den Rucksack im Passagierraum verstaut. Die Avokados wurden eingesammelt und weiter ging's. Die weitere Fahrt verlief dann ruhiger und wir konnten die wunderschöne Landschaft geniessen, die an uns vorbei zog. Doch leider wurde irgendwann der Fernseher eingestellt und das Programm war einfach nur schrecklich! Eine hässliche, dicke Sängerin, die nicht singen konnte, "tanzte" in den verschiedensten Kostümen an den verschiedensten Orten in Peru. Wir mussten ihre "Lieder", die sich alle gleich schrecklich anhörten, mindestens eine halbe Stunde ertragen. Da wäre mir noch deutsche Volksmusik lieber gewesen! Wir waren also sehr froh als wir endlich nach acht Stunden Fahrt (eigentlich ja nur sechs...) in Puno aussteigen konnten!


Am nächsten Morgen wollten wir uns die Grabtürme von Sillustani anschauen und am Nachmittag weiter nach Copacabana in Bolivien reisen. Ein Typ im Hotel wollte uns aber unbedingt organisierte Touren verkaufen und meinte, es wäre auf Grund eines Streiks sehr schwer nach Bolivien zu kommen. Zum Glück haben wir aber nicht auf ihn gehört und unser Programm nicht umgeschmissen, denn es hat alles auch ohne Guide wunderbar geklappt und war um einiges billiger.


Sillustani liegt wunderschön an einem anderen See. Die Grabtürme, die bis zu zwölf Meter hoch sind, stammen teilweise noch aus der Pukara-Kultur (ca. 400 v. Chr.-5oo n. Chr.). Dort wurden ihre Herrscher bestattet und den Gräbern wurden viele Kostbarkeiten beigegeben. Sehen konnte man davon leider nichts mehr und viele der Türme waren schon zerfallen. Dennoch war es beeindruckend. Toll war auch, dass wir, da wir am Morgen dort waren, den Touristenmassen entgangen sind und die tolle Landschaft ganz ungestört geniessen konnten.


Wie vorgesehen, sind wir mittags weiter nach Copacabana. Mit dem Regionalbus sind wir bis zur peruanischen Grenzstadt Yunguyo gefahren. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen, wurden wir von zwei Typen angequatscht, die uns für einen Sol mit Fahrradwagen an die Grenze bringen wollten. Mitten auf der Fahrt hiess es dann es würde doch fünf Soles kosten und es würden keine Colectivos oder Taxis fahren. Kurz danach ist ein Colectivo an uns vorbeigefahren...Die Fahrt war dennoch, abgesehen davon, dass es sehr kalt war, ein nettes Erlebnis. Bis wir dann endlich in Bolivien waren hat es noch eine ganze Weile gedauert. Zunaechst musste man zur Polizei den Einwanderungszettel abgeben und sich anschliessend noch im Migrationsbuero den Ausreisestempel holen. Da These ihren Einwanderungszettel leider verloren hatte, mussten wir ein paar mal hin und her und jedesmal hinter einer grossen Gruppe anstehen. Als wir dann endlich auf der bolivianischen Seite waren, ging das ganze Theater von vorne los.



Zum Glück hatten wir jedoch in dem tollen Hotel "La Cupula" ein Zimmer ergattert und konnten uns dort wunderbar von den Reisestrapazen entspannen. Abgesehen davon, dass die Dusche richtig schön heiss war, hatten wir eine tolle Aussicht auf den Titicacasee. Aber das Restaurant schlug alles. Dort habe ich endlich mal wieder einen leckeren Salat gegessen und auch die Hauptspeise und der Nachtisch waren einfach vorzüglich! So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Und alles zusammen hat umgerechnet nur 5 Euro gekostet! Bolivien ist noch einmal deutlich billiger als Peru.



Da wir vom Abendessen so begeistert waren, wollten wir dort auch unbedingt frühstuecken. Doch leider haben wir die Zeitverschiebung vergessen und mussten uns so ziemlich beeilen, damit wir ueberhaupt noch das Boot zur Isla del Sol erwischen konnten.



Nach einem bescheidenen Frühstueck auf der Isla del Sol haben wir uns in den Norden der Insel aufgemacht, um uns dort wieder einmal Inkaruinen anzuschauen. Das erste Inkapaar stammt nämlich von dort. Wir kamen an einem Sandstrand vorbei und die Sonne schien. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben man befände sich am Meer. Die Aussicht war überhaupt die ganze Zeit fantastisch und liess einen beinahe den anstrengenden Weg von Norden nach Sueden vergessen, der ueber zwei 4000er führte. Das klingt jetzt ziemlich beeindruckend. Man muss dazu aber sagen, dass der Titicacasee schon auf einer Höhe von 3800 Metern liegt. Die Luft ist aber trotzdem deutlich dünner. Der Himmel war etwas bewölkt, wodurch der See aber nur noch schöner aussah, weil er in sämtlichen Blau- und Grautönen schimmerte.

Im Süden haben wir dann in einem Hostal übernachtet, wo es sehr kalt war. Selbst mit vier Decken und mit Jacke hat man noch gefrohren!



Am nächsten Morgen sind wir recht früh aufgebrochen, da uns niemand eine verlässliche Auskunft geben konnte, wann das erste Boot nach Copacabana fährt. Am Strand mussten wir eine ganze Weile warten bis uns ein Typ angesproche hat, ob wir nach Copacabana wollen. Wir sassen schon auf dem Boot, wollten aber noch kurz etwas kleines Essen. Also haben wir gefragt, ob wir noch Zeit haben und sind für kurze Zeit wieder an Land gegangen. Als wir gerade anfangen wollten zu essen, fuhr der Typ mit seinem Boot einfach davon! Zum Glück fuhr eine halbe Stunde später das naechste, denn oft fährt wohl das erste Boot viel später.

Während auf der Isla del Sol die Sonne schien, war es über Copacabana ganz schwarz und in der Nähe hatte es sogar geschneit! Das Gewitter hat sich aber glücklicherweise zurückgezogen, denn das Boot hat auch schon bei nicht so hohen Wellen bedenklich geschwankt.



In Copacabana haben wir uns erstmal in den Hängematten des "La Cupula[s]" entspannt bevor wir unsere grossen Shoppingtour begonnen haben. Die Souvenirs, der Schmuck und die Wollprodukte waren zwar mehr oder weniger die gleichen wie in Peru, aber deutlich billiger, weshalb wir richtig zugeschlagen haben. Zu mittag haben wir dann nochmal im "La Cupula" gegessen, bevor es zurueck nach Puno ging.



Die Rueckfahrt verlief reibungslos und wir haben ein neues Visum fuer drei Monate bekommen.

Im Bus haben wir einen Peruaner kennengelernt, der in der Tourismusbranche arbeitet. Mit ihm sind wir am Abend auch noch ein bischen weggegangen und er konnte uns einige gute Tipps geben.

Am nächsten Morgen wurden wir zu einem Ausflug zu den schwimmenden Inseln der Uros abgeholt. Diese Inseln werden aus verschieden Schilfpflanzen hergestellt und sind nicht am Grund befestigt. Unser Guide hat uns schon auf dem Motorboot einiges erzählt. Immer wieder hat er betont, dass der Titicacasee auf Armari Titichacha ausgesprochen wird, was irgendwann ziemlich genervt hat. Als wir nach ca. einer halben Stunde endlich die Inseln erreicht haben, wurde uns ziemlich schnell klar, wie touristisch sie sind. An jeder Insel lag ein Touriboot und auf jeder Insel wurde die gleiche Show abgezogen. Wir wurden von den "Bewohnern"(die meisten von ihnen leben in Puno) freundlich begrüsst und haben erklärt bekommen, wie die Inseln konstruiert werden. Sobald dieser Programmpunkt beendet war, haben sie uns die üblichen Souvenirs andrehen wollen. Ausserdem durften wir uns ihre Häuser ansehen, die ebenfalls aus Schilf und sehr schön anzusehen sind, und Fotos in ihren Kleidern machen, was wir nicht gemacht haben, da wir uns schon so wie blöde Touris gefühlt haben. Wenn man genauer hingeschaut hat, konnte man hinter ihren Hütten ganz normale Kleider, die an einer Wäscheleine aufgehängt waren erkennen. Das hat uns dann noch den Rest gegeben. Verabschiedet wurden wir dann unter anderem mit dem Lied "Vamos a la playa" und "Hasta la Vista Baby". Für 10 S/. sind wir dann noch mit einem Schilfboot zu einer anderen Insel gefahren. Ich glaube den "Inselbewohnern" geht es dank dem Massentourismus echt gut. Ohne den Tourismus gäb es die Urosinseln auch gar nicht mehr.
Auf der zweiten Insel wollten wir uns gemühtlich in der Sonne entspannen. Dies war aber unmöglich, da laufend Peruaner und Peruanerinnen angekommen sind, die unbedingt ein Foto mit uns Gringas, so werden Menschen aus westlichen Ländern hier genannt, machen wollten. Das kann ich bis heute nicht verstehen. Sie hatten auch überhaupt kein Interesse daran, sich mit uns zu unterhalten, sie wollten nur ein Foto.
So sind wir etwas enttäuscht wieder nach Puno zurückgefahren. Natürlich war es schon ein Erlebnis auf so einer etwas schwankenden Insel zu stehen und an manchen Stellen das Wasser durchschimmern zu sehen, aber das ganze Tamtam drumherum hat doch sehr gestört.

Nach einem sehr guten Mittagessen sind wir um kurz vor 14 Uhr am Terminal Terrestre angekommen und haben sogar noch einen Bus um 14 Uhr erwischt. Das geht auch nur in Peru.
Obwohl der Bus diesmal wider Erwarten echt komfortabel war, war die Busfahrt irgendwann echt ätzend, weil die Heizung auf Hochtouren lief und ein Kind ununterbrochen geschrien hat.
Wir waren so erschöpft und froh als wir endlich, endlich Cusco nach sieben Stunden Fahrt erreicht hatten.

Dienstag, 13. November 2007

Der Montagmorgen im Jardin Aldea

Jeden Montagmorgen müssen sich die Kinder nach Alter und Geschlecht sortiert in Reihen aufstellen. Nach einigen netten Bewegungsliedern und einem Gebet, wird die peruanische Flagge hervorgeholt. Einem Mädchen gebührt die Ehre sie halten zu dürfen und zwei Jungs stehen neben ihr. Dann wird die Stereoanlage angeschmissen, die peruanische Nationalhymne ertönt und die Kinder sollen mitsingen. Zum Abschluss der Hymne ihres geliebten Vaterlandes rufen alle: "Viva el Perú!". Doch damit nicht genug: Jetzt wird nämlich Marschmusik eingelegt und die Kinder müssen der Reihe nach mit gestreckten Armen und Beinen ganz militärisch in ihr Klassenzimmer marschieren.
Danach setzt wieder das alltägliche Durcheinander ein...

Meine Arbeit

Jetzt arbeite ich schon eine knappe Woche in dem Kindergarten "Jardin Aldea" und werde an dieser Stelle meine ersten Eindrücke schildern.
"Jardin Aldea" gehört zum staatlichen Waisenhaus "Juan Pablo II" ( Johannes Paul II.). Die Mehrzahl der Kinder kommt aber nicht aus dem Waisenhaus, sondern aus armen Familien. Das merkt man daran, dass manche Kinder keine Schuluniform, oder besser gesagt keinen Schultrainingsanzug, besitzen oder viel schlimmer keine Schulbücher. Ausserdem sind sie oft krank und ihre Zähne befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Nach dem Kindergarten verkaufen einige der Eltern auch Süssigkeiten oder Eis vor dem Schultor.
Es gibt drei Klassen für jeweils ca. 30 Schüler, die drei bis fünf Jahre alt sind. Um 9 fängt der Unterricht an, wenn man es überhaupt so nennen kann. Da in vier Wochen schon die knapp dreimonatigen Ferien anfangen, haben sie die Bücher schon fast durchgearbeitet. Die Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, Bilder auszumalen. Zwar haben meine Vierjährigen schon die Zahlen von 1-20 durchgenommen und geübt ihre Namen zu schreiben, doch die allerwenigsten beherrschen es auch. Momentan malen sie den gesamten Vormittag Winnie the Pooh- Bilder aus. Nach der einstündigen Pause, in der die Kinder essen und draussen spielen, wird dann noch für eine Stunde gepuzzelt, bis es dann um 12:30 Uhr für die meisten Kinder nach Hause geht.
Ich würde gerne neue Sachen mit den Kindern ausprobieren. Das Problem ist nur, dass mir bisher noch nichts geeignetes eingefallen ist, da sich die Kinder nur sehr schwer konzentrieren können, wenig verstehen und schnell wild werden. Ausserdem sind wir Freiwilligen oft mit den Kindern alleine. Die Lehrerinnen halten entweder ein Schwätzchen oder erscheinen erst gar nicht. Und es ist beinahe unmöglich alleine mit 30 Kindern fertig zu werden. Wenn sie dann da sind, sind sie völlig unmotiviert und ziehen das übliche Programm von Bilder ausmalen und puzzeln durch. Hinzu kommt noch, dass die Lehrerinnen die Freiwilligen wohl sehr oft mehr oder weniger dazu zwingen, neue Anschaffungen zu machen, sonst haben die armen Kinder ja nichts zum Spielen. Ich bin ja gerne dazu bereit, den Kindern etwas zu kaufen, will das aber selber entscheiden und die Art und Weise wie sie fragen stört mich einfach. Dieses Verhalten der Lehrerinnen, die dann auch wieder sehr nett sein können, macht mich wütend und traurig zu gleich, denn so habe ich das Gefühl ausgenutzt zu werden. Ausserdem kann ich auf diese Weise nicht so viel bewirken, da wir Freiwilligen die Lehrer ja nur ersetzen anstatt sie zu unterstützen, damit die Kinder mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Auf der anderen Seite habe ich auch schon viele schöne Momente bei der Arbeit erlebt. Die Kinder fassen unglaublich schnell Vertrauen zu einem und streiten sich darum, wer nun auf den Schoss kommen oder die Hand des Freiwilligen halten darf. Die meisten sind auch unglaublich lieb und bieten zum Beispiel ihr Essen an oder wollen einem Küsschen geben.
Ich hoffe, dass in Zukunft die positiven Seiten überwiegen werden, denn noch finde ich meine Arbeit nicht so erfüllend, wie ich es mir erhofft habe.

Samstag, 3. November 2007

Eine 3-Tagestour im Cañon von Colca

Früh morgens sind wir von Arequipa mit einem lokalen Bus losgefahren. Diese Busfahrt war in vielerlei Hinsicht wirklich ein Erlebnis. Zum einen sind wir lange durch das Yura, eine weiße Gesteinswüste, gefahren. Außer weissen Bergen, Geröll und vereinzelten Kakteen gab es dort gar nichts. Zum anderen hat irgendwann der Kühler unseres Busses gestreikt und wir mussten sehr oft anhalten, um neues Wasser nachzuschütten. Außerdem waren die Strassen größtenteils nicht befestigt und der Bus hat ziemlich geruckelt, was mit einer vollen Blase nochmal unangenehmer war. Der Bus hat aber nicht nur dauernd auf Grund des defekten Kühlers angehalten, sondern auch, weil jede paar Meter jemand ein- oder aussteigen wollte. Irgendwann war der Bus so voll, dass mir dauernd Leute auf die Füße getreten sind und wirklich niemand mehr reingepasst hätte. So waren wir echt froh, als wir nach sechs Stunden endlich in Cabanaconde, einem kleinen Dorf am Rande des Cañons, aussteigen konnten. Dort wurden wir von unserem Guide bekocht und am Nachmittag sind wir aufgebrochen. Ich hatte es natürlich nicht geschafft, mich auf das Nötigste zu beschränken und musste so den größten Rucksack drei Tage lang tragen. Obwohl wir am ersten Tag nur in den Cañon abgestiegen sind, war es auf Grund des Gepäcks und der Hitze echt anstrengend. Um so faszinierender war es dann, die Einheimischen zu beobachten, wie sie mit ihren vollbeladenen Maultieren, drei langen Rohren auf der Schulter und lediglich mit Flip-Flops an den Füßen regelrecht an uns vorbei gerannt sind. Die Nacht haben wir in einem kleinen weit abgelegenen Dorf, bestehend aus vielleicht fünf Häusern, verbracht. Wir haben in einer Hütte aus Lehmziegeln und mit einem Wellblechdach geschlafen. Der Boden bestand aus festgetretener Erde und die Betten waren ebenfalls entsprechend einfach. Nachdem ich meine Läuseangst überwunden hatte, konnte ich aber erstaunlich gut schlafen.

Am nächsten Tag ging es viel bergauf und ich habe ganze 5 Liter getrunken! Wir wurden aber mit einer fantastischen Aussicht über den Cañon belohnt. Außerdem konnten wir uns mittags am und im Pool einer Oase entspannen. Es war ein ganz neues Erlebnis sich im Bikini umgeben von hohen Bergen zu sonnen. Da es am Nachmittag für vier Stunden ununterbrochen bergauf gehen sollte, haben wir uns ein Maultier für unsere Rucksäcke gegönnt, ein paar sogar auch zum Reiten. Das war echt eine gute Entscheidung, denn es war auch so schon äußerst anstrengend. Trotz aller Strapazen waren wir am Abend wieder fit, um unsere Tour zu feiern. Dazu sind wir mit unseren Guides in eine sehr einfache Dorfkneipe gegangen. Der Cuba Libre wurde halb halb gemixt und so wurde es echt lustig. Der Wirt, ein junger Peruaner namens Ludwig, hat auf seiner Gitarre vorgespielt und später wurde zu Salsa und anderer Musik getanzt.

Trotz der Fiesta haben wir es am nächsten Morgen geschafft, früh aufzustehen, denn wir wollten zum Condor-Watching. Zusammen mit vielen anderen Touris haben wir zunächst nur Adler gesehen; kurz vor Schluss aber immerhin noch für wenige Sekunden einen Kondor. Anschließend konnten wir in Chivay unsere strapazierten Muskeln in den dortigen Hot Springs entspannen. Und die waren wirklich heiss, beinahe zu heiss. Länger als eine Stunde habe ich es nicht ausgehalten.
Mit dem Bus ging es zurück nach Arequipa und von dort aus wieder mit dem Nachtbus nach Cusco. Endlich angekommen, konnte ich mich gerade noch für eine Stunde hinlegen, bevor ich wegen der Schule schon wieder aufstehen musste.

Donnerstag, 1. November 2007

Arequipa

Am Mittwochabend haben wir den Nachtbus nach Arequipa genommen. So einen noblen Bus habe ich zuvor noch nie gesehen! Es war ein 5-Sterne Bus mit Schlafsesseln, die man fast senkrecht nach hinten klappen konnte. Hinzu kam noch eine Fussstütze, eine Decke, ein Fernseher... Außerdem wurde uns wie im Flugzeug von einer "Stewardess" das Abendessen serviert. Bevor wir aber einsteigen konnten wurden unsere Taschen kontrolliert, wir mussten eine Passkopie vorweisen und wir wurden mit einer Videokamera erfasst. Das waren fast amerikanische Zustände... Trotz der bequemen Sitze konnte ich leider nicht so gut schlafen, weil die Strassen schlecht sind und bei 10 Stunden Fahrt wird auch der bequemste Sitz unbequem. Außerdem wurden uns um ca. 6 Uhr morgens einfach die Decken von der "Stewardess" weggerissen. So kamen wir etwas müde in Arequipa an. Aber zum Glück konnten wir gleich unsere Zimmer im Hostal beziehen und uns dort etwas ausruhen. Das Hostal war echt total schön. Es hatte einen grossen Garten mit Liegestühlen und einer toller Aussicht auf Arequipa und Umgebung. Die Zimmer waren schön geräumig, sauber und verfügten über ein eigenes Bad. Das Frühstück war ebenfalls sehr lecker. Wir hätten den gesamten Tag im Garten sonnen können. Da wir für Arequipa aber leider nur einen Tag Zeit hatten, sind wir dann doch irgendwann in die Innenstadt aufgebrochen. Gleich zu Beginn haben wir uns das absolute Highlight Arequipas angeschaut: Das Kloster Santa Catalina. Es hat zwar 30 S/. (ca. 7 Euro) gekostet, was für peruanische Verhältnisse wirklich viel ist, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Santa Catalina wird auch die Stadt in der Stadt genannt, weil es einfach so groß ist und die Nonnen dort leben können ohne mit der Außenwelt in Kontakt zu kommen, da es alles Wichtige, wie einen Friedhof, eine Backstube, eine Wäscherei, beinhaltet. Ich muss allerdings sagen, dass ich weniger vom Leben der Nonnen dort oder den Gemälden, sondern vielmehr von der Architektur des Klosters beeindruckt war. Viele Gebäude wurden im Kolonialstil erbaut. Außerdem erstrahlt jeder Häuserkomplex in einer anderen leuchtenden Farbe, was zusammen mit vielen Bäumen, Pflanzen und dem immer strahlend blauen Himmel Arequipas einfach toll aussieht! Nach ganzen zwei Stunden haben wir unseren Rundgang beendet.

Anschließend haben wir an der Plaza de Armas etwas gegessen. Die Plaza von Arequipa ist auch äußerst sehenswert. Sie wird von einer grossen Kathedrale und Gebäuden mit Arkaden begrenzt, die allesamt weiss sind. Deshalb wir Arequipa auch die weiße Stadt genannt. Auf der Plaza wachsen viele Palmen und sie ist der Treffpunkt aller Tauben Perus. So sieht es jedenfalls aus, weil es dort einfach so viele Tauben gibt.

Am Nachmittag haben wir eine Tourirundfahrt in einem knallgelben Bus mit offenem Dach und Guide gemacht. Eigentlich kann ich das weniger gut leiden, da wir aber nur einen Tag Zeit hatten, hab ich es doch in Kauf genommen. Wir wurden zu allen möglichen sehenswerten und weniger sehenswerten Ecken von Arequipa gekarrt. Teilweise hatten wir echt eine wunderschöne Aussicht auf die Vulkane in der Umgebung. Mit der Zeit wurde es aber echt anstrengend immer auszusteigen, denn wir waren alle etwas müde und es war sehr heiss. Da halfen auch die gelben Schirmmützen, die wir bekommen hatten, nicht weiter =). Als wir durch einen ärmeren Stadtteil fuhren und mit arequipeñischer Musik beschallt wurden, kam plötzlich ein Stromkabel herunter, das den Bus nur knapp verfehlt hat. Da waren wir dann erstmal wieder wach und froh, als die Busfahrt endlich beendet war.

Nach einer kurzen Besprechung unserer Cañontour im Reisebüro und nach einem sehr leckeren italienischen Essen ging es auch schon ins Bett, denn am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen.