Donnerstag, 20. Dezember 2007

La hora peruana

La hora peruana-was kann das bloß bedeuten? Gehen in Peru vielleicht die Uhren anders? Eigentlich nicht, aber manchmal habe ich so das Gefühl, da die Peruaner es nicht gerade ernst mit der Zeit nehmen.

Fabrizzio zum Beispiel, mein 14-jähriger Gastbruder, muss theoretisch jeden Morgen um 8 Uhr in der Schule sein. Praktisch jedoch, kommt er aber erst um 8 Uhr zum Fruehstueck herunter und verlässt so das Haus frühestens um 8:15 Uhr. Er sagt, wenn er pünktlich kommen würde, saesse er noch mindestens eine halbe Stunde mit ein paar vereinzelten Klassenkameraden dumm herum, denn die Lehrer kommen genauso so spät.

Nun aber die Krönung: An einem Wochenende wollte ich mit ein paar Leuten zum Konzert der Gruppe "Grupo 5" gehen. Laut der Plakate sollte das Konzert um 18 Uhr beginnen. Also haben wir uns um 17 Uhr getroffen, um noch Karten zu bekommen. Als wir kamen, war die Schlange auch schon recht lang und wurde im Laufe der Zeit immer länger. Aber drei Stunden lang sind wir keinen Zentimeter vorangekommen! Dazu hat es auch noch geregnet! Zum Glück wurden wenigstens an jeder Ecke Plastikponchos verkauft. Irgendwann sind dann zwei von uns losgezogen, um Pisco und Sprite zu besorgen. So war das Warten schon etwas erträglicher. Um 20 Uhr waren wir dann endlich drinnen. Da aber wider Erwarten die Taschen kontrolliert wurden, mussten wir noch schnell den Pisco leeren. Danach war die Stimmung dann wieder echt gut. Leider aber nicht lange, denn "Grupo 5" wollte und wollte einfach nicht anfangen. Stattdessen mussten wir uns noch ewig schlechte Vorbands anhören, die teilweise einfach die Lieder von "Grupo 5" gecovert haben! Geregnet hat es immer noch und so war die Stimmung echt am Tiefpunkt als "Grupo 5" um 22:45 Uhr, also fast fünf Stunden zu spät (!), endlich auf der Bühne stand. Ihre Lieder, die in den Discos hier rauf und runter gespielt werden, haben unsere Laune etwas gebessert, aber um 0 Uhr hat es uns nach 7 Stunden stehen endgültig gereicht und wir sind schon vor dem Ende gegangen. Eigentlich war geplant danach noch weg zu gehen, aber wir waren so fertig, dass wir es nur noch geschafft haben, etwas essen zu gehen.

Und dies sind nur zwei von unendlich vielen Beispielen.

Ich habe mich noch immer nicht an die "hora peruana" gewöhnt. Auch wenn ich schon längst nicht mehr pünktlich komme, bin ich meistens immer noch viel zu früh dran!

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Spanisch

Jetzt bin ich nun schon zweieinhalb Monate in Peru und werde nun mal eine Einschätzung abgeben, wie es inzwischen um meine Spanischkenntnisse bestellt ist. Das finde ich ziemlich schwierig, denn meine Meinung dazu schwankt ständig. Dennoch ein Versuch.

Laut meiner Gastfamilie spreche ich fast perfekt und ohne Akzent. Dazu muss man aber sagen, dass die Peruaner gerne zu Übertreibungen neigen und ich weiss ganz genau, dass mir noch sehr viel dazu fehlt-leider. Verstehen tu ich aber so gut wie alles. Nur manche Kinder haben mir zu sehr genuschelt und manche Jugendliche sprechen für mich auch zu schnell und zu umgangssprachlich. So muss ich dann doch noch ab und zu nachfragen. Beim Essen erzählt mir meine Gastfamilie gerne lustige und unheimliche Geschichten und da ich diese meist verstehe, kann ich mitlachen oder mich mitgruseln. Da das Fernsehprogramm hier ziemlich gut ist, schaue ich mir gerne auch mal einen Film auf Spanisch an und es hat mich überrascht wie gut ich diese schon verstehen kann.

Mit der Verständigung sieht es leider etwas schlechter aus. Zwar kann ich meistens sagen was ich will und man versteht mich auch, aber so richtig flüssig ist es noch nicht und ich merke selber, dass ich noch einige Fehler mache. Die Spanische Grammatik ist einfach etwas kompliziert, vor allem die vielen Zeiten. Es gibt im Spanischen davon ganze 18(!) und das sind nur die geläufigen. Zum Beispiel komme ich oft mit den vier Vergangenheiten durcheinander, auch wenn ich die Grammatik theoretisch durchaus beherrsche. Erschwerend kommt noch das "Subjuntivo" dazu, ein Modus, den es im Deutschen gar nicht gibt und der wiederrum vier weitere Zeiten einschliesst. Den ebenfalls nicht einfachen Imperativ kann ich inzwischen aber ganz gut, bei der Arbeit hatte ich auch viel Gelegenheit ihn zu üben. Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder mich schon verstanden haben, wenn ich ihnen etwas erklärt oder sie zurecht gewiesen habe. Dennoch haben sie nicht immer auf mich gehört.

Da mir hier der Spanischunterricht echt gut gefällt, weil er sehr abwechslungsreich ist, und er im Vergleich zu Deutschland sehr günstig ist, nehme ich gerade weiter Spanischstunden, aber nur ca. vier pro Woche. Ich bin inzwischen im "Nivel Avanzado 1" und es gibt nur noch ein höheres. So denke ich, dass ich das letzte auch noch mitnehme und mich anschließend ganz auf die Praxis konzentrieren werde.

Vier Monate bleiben mir zum Glück noch, denn natürlich will ich noch viel besser Spanisch lernen =)!

Dienstag, 18. Dezember 2007

Die letzten Wochen im "Jardin Aldea"

Ferien!!! Die nutzte ich doch auch gleich mal, um so eine Art abschliessenden Bericht über meine Arbeit zu schreiben, denn die Ferien gehen bis Anfang März und in dieser Zeit werde ich in einem anderen Projekt arbeiten.

Ich muss sagen, dass mir gegen Ende meine Arbeit zum Glück etwas besser gefallen hat, begeistert war ich aber immer noch nicht. Ich habe mich einfach an die Bedingungen gewöhnt und die Kinder sind mir richtig ans Herz gewachsen und nun vermisse ich sie. Viele von ihnen wollten auch gar keine Ferien, weil sie sich zu Hause wahrscheinlich schrecklich langweilen werden.

In den letzten Wochen haben wir die Bücher fertig durchgearbeitet. Meine Aufgabe war es, den Kindern die Übungen zu erklären und ihnen dabei zu helfen, denn viele waren damit einfach überfordert. Diese Arbeit hat mir ganz gut gefallen, auch wenn sie sehr anstrengend war, weil ich immer mindestens drei Kinder gleichzeitig versorgen musste. Manche wollten Hilfe, andere einen Bleistift und wieder andere wollten petzten, wer wen geschlagen hat. Wenn ich nicht sofort ihren Wünschen entsprechen konnte, wurden sie ziemlich ungeduldig. Die eigentliche Lehrerin sass, wenn sie da war, oft nur in der Ecke und hat irgendwelche Sachen erledigt und so musste ich mich um 20 Vierjährige gleichzeitig kümmern. Nach der Pause musste ich dann "nur" noch dafür sorgen, dass die Kinder nicht auch noch die restlichen Puzzleteile verlieren und, dass sie sich nicht streiten, wenn ein Kind nicht tauschen wollte.

Ich musste der Lehrerin auch oft helfen zu basteln. Das war wirklich sehr viel Arbeit, weil die Kinder nichts selber machen konnten und die Peruaner in manchen Dingen zumindest sehr perfektionistisch sind. So hat es nicht gereicht, dass die Adventskränze samt der vier Kerzen und der zwei Glocken ausgeschnitten wurden, nein, sie mussten auch noch mit goldenem und silbernem Glitzer und viel Geschenkband verziert werden! Dann haben wir den Kindern noch kleine Weihnachtsmänner und Schuhe gebastelt.

Diese haben die Kinder dann am letzten Schultag erhalten. Zum Abschluss des Schuljahres wurde ein kleines Fest veranstaltet. Die Eltern sollten etwas zu essen mitbringen, nur wenige haben es auch gemacht, und so wurde gegessen und getanzt. Die Kinder war so schick angezogen! Viele Jungs kamen im Anzug und die Mädchen in Kleidern, die locker hätten Kommunionskleider sein können. Sie sahen so süss aus! Auf das Aussehen wird in Peru viel Wert gelegt, egal wie arm die Leute sind. Am Ende hat jedes Kind noch ein weiteres Geschenk erhalten. Für S/. 10 konnten die Eltern für die Mädchen Barbies und für die Jungs einen Dinobaukasten kaufen. Am Ende hat einfach ein Geschenk gefehlt! Und es waren sicher genug für alle da. Auch Süssigkeitentüten waren plötzlich zu wenig da. Manche Eltern haben sich wohl einfach bedient! Das scheint hier nicht selten vorzukommen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn aus ihren Kindern nichts wird. Das finde ich echt traurig.

Ich habe auch eine schlimme Geschichte von einem Mädchen meiner Klasse gehört. Gerade hat sie sich im Waisenhaus gut eingelebt und im Kindergarten viel gelernt, sie war eine der Besten, da will sie ihre Mutter, eine Prostituierte, plötzlich wieder zurück! Das ist mir echt nah gegangen und ich hoffe, dass es doch noch ein gutes Ende nimmt. Mit der nötigen Unterstützung könnte diesen Mädchen bestimmt etwas erreichen, auch wenn sie im Moment noch ein Problemkind ist. Sie hat schon öfters Sachen geklaut und wenn ein Kind ein anderes geschlagen hat, kommt letzteres zu ihr und sie schlägt zurück. Andererseits ist sie aber auch immer die erste, die auf mich zugerannt kommt und in den Arm genommen werden will.

Das war also meine Arbei im "Jardin Aldea". Jetzt warte ich nur noch seit längerem auf mein Praktikumszeugnis...

Heute war ich mal wieder da, um dieses abzuholen. Doch ich habe es immer noch nicht, obwohl es nun endlich fertig ist, denn ich kriege es erst, wenn ich Tinte für den Drucker kaufe! Das hat mich richtig wütend gemacht! Die Tinte ist auch noch ziemlich teuer! Aber die Lehrerinnen benötigen sie, um Dokumente der Kinder anzufertigen. Dennoch sehe ich das überhaupt nicht ein und überlege mir so ernsthaft, mein Zeugnis einfach nicht abzuholen! Die Lehrerinnen sind wirklich so undankbar! Das war nun wirklich kein schöner Abschluss und so habe ich wenig Lust im März wieder dort zu arbeiten.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Eine weniger schöne Erfahrung in Peru

An jeder Strassenecke gibt es hier in Cusco sogenannte "Lavanderias". Ihr Service ist echt gut: ab S/. 3 pro Kilo waschen und bügeln sie deine Wäsche bis zum darauf folgenden Tag. Da macht es auch nicht viel aus, dass ihre Wagen meistens nicht stimmen. Dieses Angebot habe ich bisher immer gerne angenommen. Eines Abends bin ich also mal wieder zu einer Lavanderia, um meine Wäsche abzuholen. Aber sie war nicht da! Zunächst dachte ich, dass sie es einfach nicht geschafft haben, meine Klamotten termingerecht zu waschen, aber nein, mein Rucksack mit 5 kg (mehr oder weniger...) Wäsche war geklaut worden!!! Ich habe lange gebraucht, um das zu realisieren und war echt richtig fertig. Meine beiden absoluten Lieblingsjeans und noch viel mehr waren einfach weg! Mein Rucksack stand wohl schon abholbereit neben dem Schreibtisch, als die Diebe hereinkamen und mit ihm wieder herausgerannt sind. Eine Angestellte sass am Computer und konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren. Verschlimmert wurde die Situation noch dadurch, dass ich am selben Tag noch zum Titicacasee reisen wollte und nur noch sehr wenige Klamotten im Schrank hatte. Mit meiner Gastschwester Lula bin ich dann nochmal hin, um zu verhandeln. Aber auch Lulas Übertreibungen - "Sie hat nur noch die Klamotten, die sie am Körper trägt!" haben nicht viel gebracht. Mit S/. 150 musste ich mich zufrieden geben, denn die verantwortliche Frau war wirklich nicht gerade reich. Sie hat immer wieder betont, wie arm sie ist und, dass sie keine Polizei will, was mich doch etwas stutzig gemacht hat. Dann hiess es aber doch, dass sie bei der Polizei war, um Anzeige zu erstatten, die Kopie würde ich erhalten. Lula und ich sind danach dennoch zur Touristenpolizei und die wussten nichts von einer Anzeige. Da ich schon die S/. 150 erhalten hätte, könne die Polizei nichts mehr tun und ausserdem sei ich ja aus Deutschland und könne ja nicht so arm sein, dass das so ein grosses Problem für mich darstelle. Echt unverschämt! Es ging mir auch weniger um das Geld, als um meine geliebten Klamotten!!! Danach hatte ich gerade noch Zeit, das Nötigste einzukaufen und in einer halben Stunde zu packen, bevor ich schon nach Bolivien aufgebrochen bin.
Die Hoffnung hatte ich aber noch nicht ganz aufgegeben, denn in Cusco gibt es einen Markt, wo viele gestohlene Sachen wieder verkauft werden. Auf diesem Markt gibt es echt alles: Klamotten, CDs, Essen, leere Flaschen, Schrottteile..., nur meine Kleider konnte ich absolut nicht finden! Selbst wenn sie dort verkauft wurden , bei riesigen Klamottenbergen auf dem Boden ist es beinahe unmöglich bestimmte Sachen zu finden. Hätte ich nicht nur meine Klamotten im Kopf gehabt, hätte ich dort echt das ein oder andere schöne Teil für sehr wenig Geld finden können.
Nun wollte ich wenigstens noch die Kopie der Anzeige bekommen. Ich bin mindestens vier Mal deswegen zur Wäscherei, aber immer hatten sie eine andere Ausrede parat. Inzwischen glaube ich, dass die Frau nicht bei der Polizei war und ganz vielleicht doch, auch wenn sie das Gegenteil behauptet, einfach meine Klamotten für sich behalten hat. Wer weiss... Inzwischen wasche ich immer selber!

Dienstag, 20. November 2007

Lago Titicaca

Mit meiner Freundin These bin ich für fünf Tage an den Titicacasee gefahren.


Zunächst etwas zur Fahrt: Wir wollten gerne nachmittags schon los, damit wir nicht zu spät in Puno ankommen und so noch etwas Zeit haben, uns ein Hostal zu suchen. Das Problem ist nur, dass es nachmittags kaum Busse von Cusco nach Puno gibt. Also waren wir gezwungen einen recht einfachen Bus zu nehmen. Auf den Fotos der Busgesellschaft sah der Bus natürlich richtig gut aus. Ausserdem wurde mir versichert, der Bus brauche nur 6 Stunden. Nachdem ich kritisch nachgefragt hatte, denn ich wusste von Freunden, dass die Busse alles andere als gut sind, bekamen wir die Tickets immerhin für 15 S/. pro Person. Wie zu erwarten war, war es ein echter Klapperbus und wir waren auch die einzigen Touristen. Auf der Fahrt sind immer wieder Leute ein und aus gestiegen. Manche wollten Essen verkaufen, andere mit Gedichten und Bonbons etwas Geld verdienen. Plötzlich hörten wir ein lautes Geräusch und der Bus hielt am Strassenrand. Was war geschehen? Ein Bündel voll mit Avokados war vom Dach gefallen und diese lagen nun über mehrere Meter auf der Strasse verteilt! Zum Glück hatten These und ich den Rucksack im Passagierraum verstaut. Die Avokados wurden eingesammelt und weiter ging's. Die weitere Fahrt verlief dann ruhiger und wir konnten die wunderschöne Landschaft geniessen, die an uns vorbei zog. Doch leider wurde irgendwann der Fernseher eingestellt und das Programm war einfach nur schrecklich! Eine hässliche, dicke Sängerin, die nicht singen konnte, "tanzte" in den verschiedensten Kostümen an den verschiedensten Orten in Peru. Wir mussten ihre "Lieder", die sich alle gleich schrecklich anhörten, mindestens eine halbe Stunde ertragen. Da wäre mir noch deutsche Volksmusik lieber gewesen! Wir waren also sehr froh als wir endlich nach acht Stunden Fahrt (eigentlich ja nur sechs...) in Puno aussteigen konnten!


Am nächsten Morgen wollten wir uns die Grabtürme von Sillustani anschauen und am Nachmittag weiter nach Copacabana in Bolivien reisen. Ein Typ im Hotel wollte uns aber unbedingt organisierte Touren verkaufen und meinte, es wäre auf Grund eines Streiks sehr schwer nach Bolivien zu kommen. Zum Glück haben wir aber nicht auf ihn gehört und unser Programm nicht umgeschmissen, denn es hat alles auch ohne Guide wunderbar geklappt und war um einiges billiger.


Sillustani liegt wunderschön an einem anderen See. Die Grabtürme, die bis zu zwölf Meter hoch sind, stammen teilweise noch aus der Pukara-Kultur (ca. 400 v. Chr.-5oo n. Chr.). Dort wurden ihre Herrscher bestattet und den Gräbern wurden viele Kostbarkeiten beigegeben. Sehen konnte man davon leider nichts mehr und viele der Türme waren schon zerfallen. Dennoch war es beeindruckend. Toll war auch, dass wir, da wir am Morgen dort waren, den Touristenmassen entgangen sind und die tolle Landschaft ganz ungestört geniessen konnten.


Wie vorgesehen, sind wir mittags weiter nach Copacabana. Mit dem Regionalbus sind wir bis zur peruanischen Grenzstadt Yunguyo gefahren. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen, wurden wir von zwei Typen angequatscht, die uns für einen Sol mit Fahrradwagen an die Grenze bringen wollten. Mitten auf der Fahrt hiess es dann es würde doch fünf Soles kosten und es würden keine Colectivos oder Taxis fahren. Kurz danach ist ein Colectivo an uns vorbeigefahren...Die Fahrt war dennoch, abgesehen davon, dass es sehr kalt war, ein nettes Erlebnis. Bis wir dann endlich in Bolivien waren hat es noch eine ganze Weile gedauert. Zunaechst musste man zur Polizei den Einwanderungszettel abgeben und sich anschliessend noch im Migrationsbuero den Ausreisestempel holen. Da These ihren Einwanderungszettel leider verloren hatte, mussten wir ein paar mal hin und her und jedesmal hinter einer grossen Gruppe anstehen. Als wir dann endlich auf der bolivianischen Seite waren, ging das ganze Theater von vorne los.



Zum Glück hatten wir jedoch in dem tollen Hotel "La Cupula" ein Zimmer ergattert und konnten uns dort wunderbar von den Reisestrapazen entspannen. Abgesehen davon, dass die Dusche richtig schön heiss war, hatten wir eine tolle Aussicht auf den Titicacasee. Aber das Restaurant schlug alles. Dort habe ich endlich mal wieder einen leckeren Salat gegessen und auch die Hauptspeise und der Nachtisch waren einfach vorzüglich! So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Und alles zusammen hat umgerechnet nur 5 Euro gekostet! Bolivien ist noch einmal deutlich billiger als Peru.



Da wir vom Abendessen so begeistert waren, wollten wir dort auch unbedingt frühstuecken. Doch leider haben wir die Zeitverschiebung vergessen und mussten uns so ziemlich beeilen, damit wir ueberhaupt noch das Boot zur Isla del Sol erwischen konnten.



Nach einem bescheidenen Frühstueck auf der Isla del Sol haben wir uns in den Norden der Insel aufgemacht, um uns dort wieder einmal Inkaruinen anzuschauen. Das erste Inkapaar stammt nämlich von dort. Wir kamen an einem Sandstrand vorbei und die Sonne schien. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben man befände sich am Meer. Die Aussicht war überhaupt die ganze Zeit fantastisch und liess einen beinahe den anstrengenden Weg von Norden nach Sueden vergessen, der ueber zwei 4000er führte. Das klingt jetzt ziemlich beeindruckend. Man muss dazu aber sagen, dass der Titicacasee schon auf einer Höhe von 3800 Metern liegt. Die Luft ist aber trotzdem deutlich dünner. Der Himmel war etwas bewölkt, wodurch der See aber nur noch schöner aussah, weil er in sämtlichen Blau- und Grautönen schimmerte.

Im Süden haben wir dann in einem Hostal übernachtet, wo es sehr kalt war. Selbst mit vier Decken und mit Jacke hat man noch gefrohren!



Am nächsten Morgen sind wir recht früh aufgebrochen, da uns niemand eine verlässliche Auskunft geben konnte, wann das erste Boot nach Copacabana fährt. Am Strand mussten wir eine ganze Weile warten bis uns ein Typ angesproche hat, ob wir nach Copacabana wollen. Wir sassen schon auf dem Boot, wollten aber noch kurz etwas kleines Essen. Also haben wir gefragt, ob wir noch Zeit haben und sind für kurze Zeit wieder an Land gegangen. Als wir gerade anfangen wollten zu essen, fuhr der Typ mit seinem Boot einfach davon! Zum Glück fuhr eine halbe Stunde später das naechste, denn oft fährt wohl das erste Boot viel später.

Während auf der Isla del Sol die Sonne schien, war es über Copacabana ganz schwarz und in der Nähe hatte es sogar geschneit! Das Gewitter hat sich aber glücklicherweise zurückgezogen, denn das Boot hat auch schon bei nicht so hohen Wellen bedenklich geschwankt.



In Copacabana haben wir uns erstmal in den Hängematten des "La Cupula[s]" entspannt bevor wir unsere grossen Shoppingtour begonnen haben. Die Souvenirs, der Schmuck und die Wollprodukte waren zwar mehr oder weniger die gleichen wie in Peru, aber deutlich billiger, weshalb wir richtig zugeschlagen haben. Zu mittag haben wir dann nochmal im "La Cupula" gegessen, bevor es zurueck nach Puno ging.



Die Rueckfahrt verlief reibungslos und wir haben ein neues Visum fuer drei Monate bekommen.

Im Bus haben wir einen Peruaner kennengelernt, der in der Tourismusbranche arbeitet. Mit ihm sind wir am Abend auch noch ein bischen weggegangen und er konnte uns einige gute Tipps geben.

Am nächsten Morgen wurden wir zu einem Ausflug zu den schwimmenden Inseln der Uros abgeholt. Diese Inseln werden aus verschieden Schilfpflanzen hergestellt und sind nicht am Grund befestigt. Unser Guide hat uns schon auf dem Motorboot einiges erzählt. Immer wieder hat er betont, dass der Titicacasee auf Armari Titichacha ausgesprochen wird, was irgendwann ziemlich genervt hat. Als wir nach ca. einer halben Stunde endlich die Inseln erreicht haben, wurde uns ziemlich schnell klar, wie touristisch sie sind. An jeder Insel lag ein Touriboot und auf jeder Insel wurde die gleiche Show abgezogen. Wir wurden von den "Bewohnern"(die meisten von ihnen leben in Puno) freundlich begrüsst und haben erklärt bekommen, wie die Inseln konstruiert werden. Sobald dieser Programmpunkt beendet war, haben sie uns die üblichen Souvenirs andrehen wollen. Ausserdem durften wir uns ihre Häuser ansehen, die ebenfalls aus Schilf und sehr schön anzusehen sind, und Fotos in ihren Kleidern machen, was wir nicht gemacht haben, da wir uns schon so wie blöde Touris gefühlt haben. Wenn man genauer hingeschaut hat, konnte man hinter ihren Hütten ganz normale Kleider, die an einer Wäscheleine aufgehängt waren erkennen. Das hat uns dann noch den Rest gegeben. Verabschiedet wurden wir dann unter anderem mit dem Lied "Vamos a la playa" und "Hasta la Vista Baby". Für 10 S/. sind wir dann noch mit einem Schilfboot zu einer anderen Insel gefahren. Ich glaube den "Inselbewohnern" geht es dank dem Massentourismus echt gut. Ohne den Tourismus gäb es die Urosinseln auch gar nicht mehr.
Auf der zweiten Insel wollten wir uns gemühtlich in der Sonne entspannen. Dies war aber unmöglich, da laufend Peruaner und Peruanerinnen angekommen sind, die unbedingt ein Foto mit uns Gringas, so werden Menschen aus westlichen Ländern hier genannt, machen wollten. Das kann ich bis heute nicht verstehen. Sie hatten auch überhaupt kein Interesse daran, sich mit uns zu unterhalten, sie wollten nur ein Foto.
So sind wir etwas enttäuscht wieder nach Puno zurückgefahren. Natürlich war es schon ein Erlebnis auf so einer etwas schwankenden Insel zu stehen und an manchen Stellen das Wasser durchschimmern zu sehen, aber das ganze Tamtam drumherum hat doch sehr gestört.

Nach einem sehr guten Mittagessen sind wir um kurz vor 14 Uhr am Terminal Terrestre angekommen und haben sogar noch einen Bus um 14 Uhr erwischt. Das geht auch nur in Peru.
Obwohl der Bus diesmal wider Erwarten echt komfortabel war, war die Busfahrt irgendwann echt ätzend, weil die Heizung auf Hochtouren lief und ein Kind ununterbrochen geschrien hat.
Wir waren so erschöpft und froh als wir endlich, endlich Cusco nach sieben Stunden Fahrt erreicht hatten.

Dienstag, 13. November 2007

Der Montagmorgen im Jardin Aldea

Jeden Montagmorgen müssen sich die Kinder nach Alter und Geschlecht sortiert in Reihen aufstellen. Nach einigen netten Bewegungsliedern und einem Gebet, wird die peruanische Flagge hervorgeholt. Einem Mädchen gebührt die Ehre sie halten zu dürfen und zwei Jungs stehen neben ihr. Dann wird die Stereoanlage angeschmissen, die peruanische Nationalhymne ertönt und die Kinder sollen mitsingen. Zum Abschluss der Hymne ihres geliebten Vaterlandes rufen alle: "Viva el Perú!". Doch damit nicht genug: Jetzt wird nämlich Marschmusik eingelegt und die Kinder müssen der Reihe nach mit gestreckten Armen und Beinen ganz militärisch in ihr Klassenzimmer marschieren.
Danach setzt wieder das alltägliche Durcheinander ein...

Meine Arbeit

Jetzt arbeite ich schon eine knappe Woche in dem Kindergarten "Jardin Aldea" und werde an dieser Stelle meine ersten Eindrücke schildern.
"Jardin Aldea" gehört zum staatlichen Waisenhaus "Juan Pablo II" ( Johannes Paul II.). Die Mehrzahl der Kinder kommt aber nicht aus dem Waisenhaus, sondern aus armen Familien. Das merkt man daran, dass manche Kinder keine Schuluniform, oder besser gesagt keinen Schultrainingsanzug, besitzen oder viel schlimmer keine Schulbücher. Ausserdem sind sie oft krank und ihre Zähne befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Nach dem Kindergarten verkaufen einige der Eltern auch Süssigkeiten oder Eis vor dem Schultor.
Es gibt drei Klassen für jeweils ca. 30 Schüler, die drei bis fünf Jahre alt sind. Um 9 fängt der Unterricht an, wenn man es überhaupt so nennen kann. Da in vier Wochen schon die knapp dreimonatigen Ferien anfangen, haben sie die Bücher schon fast durchgearbeitet. Die Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, Bilder auszumalen. Zwar haben meine Vierjährigen schon die Zahlen von 1-20 durchgenommen und geübt ihre Namen zu schreiben, doch die allerwenigsten beherrschen es auch. Momentan malen sie den gesamten Vormittag Winnie the Pooh- Bilder aus. Nach der einstündigen Pause, in der die Kinder essen und draussen spielen, wird dann noch für eine Stunde gepuzzelt, bis es dann um 12:30 Uhr für die meisten Kinder nach Hause geht.
Ich würde gerne neue Sachen mit den Kindern ausprobieren. Das Problem ist nur, dass mir bisher noch nichts geeignetes eingefallen ist, da sich die Kinder nur sehr schwer konzentrieren können, wenig verstehen und schnell wild werden. Ausserdem sind wir Freiwilligen oft mit den Kindern alleine. Die Lehrerinnen halten entweder ein Schwätzchen oder erscheinen erst gar nicht. Und es ist beinahe unmöglich alleine mit 30 Kindern fertig zu werden. Wenn sie dann da sind, sind sie völlig unmotiviert und ziehen das übliche Programm von Bilder ausmalen und puzzeln durch. Hinzu kommt noch, dass die Lehrerinnen die Freiwilligen wohl sehr oft mehr oder weniger dazu zwingen, neue Anschaffungen zu machen, sonst haben die armen Kinder ja nichts zum Spielen. Ich bin ja gerne dazu bereit, den Kindern etwas zu kaufen, will das aber selber entscheiden und die Art und Weise wie sie fragen stört mich einfach. Dieses Verhalten der Lehrerinnen, die dann auch wieder sehr nett sein können, macht mich wütend und traurig zu gleich, denn so habe ich das Gefühl ausgenutzt zu werden. Ausserdem kann ich auf diese Weise nicht so viel bewirken, da wir Freiwilligen die Lehrer ja nur ersetzen anstatt sie zu unterstützen, damit die Kinder mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Auf der anderen Seite habe ich auch schon viele schöne Momente bei der Arbeit erlebt. Die Kinder fassen unglaublich schnell Vertrauen zu einem und streiten sich darum, wer nun auf den Schoss kommen oder die Hand des Freiwilligen halten darf. Die meisten sind auch unglaublich lieb und bieten zum Beispiel ihr Essen an oder wollen einem Küsschen geben.
Ich hoffe, dass in Zukunft die positiven Seiten überwiegen werden, denn noch finde ich meine Arbeit nicht so erfüllend, wie ich es mir erhofft habe.

Samstag, 3. November 2007

Eine 3-Tagestour im Cañon von Colca

Früh morgens sind wir von Arequipa mit einem lokalen Bus losgefahren. Diese Busfahrt war in vielerlei Hinsicht wirklich ein Erlebnis. Zum einen sind wir lange durch das Yura, eine weiße Gesteinswüste, gefahren. Außer weissen Bergen, Geröll und vereinzelten Kakteen gab es dort gar nichts. Zum anderen hat irgendwann der Kühler unseres Busses gestreikt und wir mussten sehr oft anhalten, um neues Wasser nachzuschütten. Außerdem waren die Strassen größtenteils nicht befestigt und der Bus hat ziemlich geruckelt, was mit einer vollen Blase nochmal unangenehmer war. Der Bus hat aber nicht nur dauernd auf Grund des defekten Kühlers angehalten, sondern auch, weil jede paar Meter jemand ein- oder aussteigen wollte. Irgendwann war der Bus so voll, dass mir dauernd Leute auf die Füße getreten sind und wirklich niemand mehr reingepasst hätte. So waren wir echt froh, als wir nach sechs Stunden endlich in Cabanaconde, einem kleinen Dorf am Rande des Cañons, aussteigen konnten. Dort wurden wir von unserem Guide bekocht und am Nachmittag sind wir aufgebrochen. Ich hatte es natürlich nicht geschafft, mich auf das Nötigste zu beschränken und musste so den größten Rucksack drei Tage lang tragen. Obwohl wir am ersten Tag nur in den Cañon abgestiegen sind, war es auf Grund des Gepäcks und der Hitze echt anstrengend. Um so faszinierender war es dann, die Einheimischen zu beobachten, wie sie mit ihren vollbeladenen Maultieren, drei langen Rohren auf der Schulter und lediglich mit Flip-Flops an den Füßen regelrecht an uns vorbei gerannt sind. Die Nacht haben wir in einem kleinen weit abgelegenen Dorf, bestehend aus vielleicht fünf Häusern, verbracht. Wir haben in einer Hütte aus Lehmziegeln und mit einem Wellblechdach geschlafen. Der Boden bestand aus festgetretener Erde und die Betten waren ebenfalls entsprechend einfach. Nachdem ich meine Läuseangst überwunden hatte, konnte ich aber erstaunlich gut schlafen.

Am nächsten Tag ging es viel bergauf und ich habe ganze 5 Liter getrunken! Wir wurden aber mit einer fantastischen Aussicht über den Cañon belohnt. Außerdem konnten wir uns mittags am und im Pool einer Oase entspannen. Es war ein ganz neues Erlebnis sich im Bikini umgeben von hohen Bergen zu sonnen. Da es am Nachmittag für vier Stunden ununterbrochen bergauf gehen sollte, haben wir uns ein Maultier für unsere Rucksäcke gegönnt, ein paar sogar auch zum Reiten. Das war echt eine gute Entscheidung, denn es war auch so schon äußerst anstrengend. Trotz aller Strapazen waren wir am Abend wieder fit, um unsere Tour zu feiern. Dazu sind wir mit unseren Guides in eine sehr einfache Dorfkneipe gegangen. Der Cuba Libre wurde halb halb gemixt und so wurde es echt lustig. Der Wirt, ein junger Peruaner namens Ludwig, hat auf seiner Gitarre vorgespielt und später wurde zu Salsa und anderer Musik getanzt.

Trotz der Fiesta haben wir es am nächsten Morgen geschafft, früh aufzustehen, denn wir wollten zum Condor-Watching. Zusammen mit vielen anderen Touris haben wir zunächst nur Adler gesehen; kurz vor Schluss aber immerhin noch für wenige Sekunden einen Kondor. Anschließend konnten wir in Chivay unsere strapazierten Muskeln in den dortigen Hot Springs entspannen. Und die waren wirklich heiss, beinahe zu heiss. Länger als eine Stunde habe ich es nicht ausgehalten.
Mit dem Bus ging es zurück nach Arequipa und von dort aus wieder mit dem Nachtbus nach Cusco. Endlich angekommen, konnte ich mich gerade noch für eine Stunde hinlegen, bevor ich wegen der Schule schon wieder aufstehen musste.

Donnerstag, 1. November 2007

Arequipa

Am Mittwochabend haben wir den Nachtbus nach Arequipa genommen. So einen noblen Bus habe ich zuvor noch nie gesehen! Es war ein 5-Sterne Bus mit Schlafsesseln, die man fast senkrecht nach hinten klappen konnte. Hinzu kam noch eine Fussstütze, eine Decke, ein Fernseher... Außerdem wurde uns wie im Flugzeug von einer "Stewardess" das Abendessen serviert. Bevor wir aber einsteigen konnten wurden unsere Taschen kontrolliert, wir mussten eine Passkopie vorweisen und wir wurden mit einer Videokamera erfasst. Das waren fast amerikanische Zustände... Trotz der bequemen Sitze konnte ich leider nicht so gut schlafen, weil die Strassen schlecht sind und bei 10 Stunden Fahrt wird auch der bequemste Sitz unbequem. Außerdem wurden uns um ca. 6 Uhr morgens einfach die Decken von der "Stewardess" weggerissen. So kamen wir etwas müde in Arequipa an. Aber zum Glück konnten wir gleich unsere Zimmer im Hostal beziehen und uns dort etwas ausruhen. Das Hostal war echt total schön. Es hatte einen grossen Garten mit Liegestühlen und einer toller Aussicht auf Arequipa und Umgebung. Die Zimmer waren schön geräumig, sauber und verfügten über ein eigenes Bad. Das Frühstück war ebenfalls sehr lecker. Wir hätten den gesamten Tag im Garten sonnen können. Da wir für Arequipa aber leider nur einen Tag Zeit hatten, sind wir dann doch irgendwann in die Innenstadt aufgebrochen. Gleich zu Beginn haben wir uns das absolute Highlight Arequipas angeschaut: Das Kloster Santa Catalina. Es hat zwar 30 S/. (ca. 7 Euro) gekostet, was für peruanische Verhältnisse wirklich viel ist, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Santa Catalina wird auch die Stadt in der Stadt genannt, weil es einfach so groß ist und die Nonnen dort leben können ohne mit der Außenwelt in Kontakt zu kommen, da es alles Wichtige, wie einen Friedhof, eine Backstube, eine Wäscherei, beinhaltet. Ich muss allerdings sagen, dass ich weniger vom Leben der Nonnen dort oder den Gemälden, sondern vielmehr von der Architektur des Klosters beeindruckt war. Viele Gebäude wurden im Kolonialstil erbaut. Außerdem erstrahlt jeder Häuserkomplex in einer anderen leuchtenden Farbe, was zusammen mit vielen Bäumen, Pflanzen und dem immer strahlend blauen Himmel Arequipas einfach toll aussieht! Nach ganzen zwei Stunden haben wir unseren Rundgang beendet.

Anschließend haben wir an der Plaza de Armas etwas gegessen. Die Plaza von Arequipa ist auch äußerst sehenswert. Sie wird von einer grossen Kathedrale und Gebäuden mit Arkaden begrenzt, die allesamt weiss sind. Deshalb wir Arequipa auch die weiße Stadt genannt. Auf der Plaza wachsen viele Palmen und sie ist der Treffpunkt aller Tauben Perus. So sieht es jedenfalls aus, weil es dort einfach so viele Tauben gibt.

Am Nachmittag haben wir eine Tourirundfahrt in einem knallgelben Bus mit offenem Dach und Guide gemacht. Eigentlich kann ich das weniger gut leiden, da wir aber nur einen Tag Zeit hatten, hab ich es doch in Kauf genommen. Wir wurden zu allen möglichen sehenswerten und weniger sehenswerten Ecken von Arequipa gekarrt. Teilweise hatten wir echt eine wunderschöne Aussicht auf die Vulkane in der Umgebung. Mit der Zeit wurde es aber echt anstrengend immer auszusteigen, denn wir waren alle etwas müde und es war sehr heiss. Da halfen auch die gelben Schirmmützen, die wir bekommen hatten, nicht weiter =). Als wir durch einen ärmeren Stadtteil fuhren und mit arequipeñischer Musik beschallt wurden, kam plötzlich ein Stromkabel herunter, das den Bus nur knapp verfehlt hat. Da waren wir dann erstmal wieder wach und froh, als die Busfahrt endlich beendet war.

Nach einer kurzen Besprechung unserer Cañontour im Reisebüro und nach einem sehr leckeren italienischen Essen ging es auch schon ins Bett, denn am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Moray, Salinas von Maras und Chinchero

Am Samstag bin ich mal wieder sehr früh aufgestanden, weil wir einen Ausflug geplant hatten. Mit dem Bus ging es erneut ins Urubambatal. Diesmal wurden wir aber an der Abzweigung zu Moray rausgeschmissen, wo dann schon viele Taxis gewartet haben, um die Touristen zu den Terrassen von Moray zu bringen. Diese Taxifahrt war schon ein Erlebnis. Die Strasse war größtenteils unbefestigt und sehr kurvig. Mehrmals musste der Taxifahrer bremsen, weil eine Herde von Eseln, Kühen oder Schafen im Weg stand. Da wir mit Moray angefangen haben, sind wir zum Glück den Touristenmassen entgangen und konnten so weitgehend in Ruhe die schöne Aussicht von dort oben geniessen. Die Terrassen sind kreisförmig und angelegt und ziehen sich weit nach unten ins Tal. So konnten die Inka dort landwirtschaftliche Experimente durchführen, weil jede Terrasse eine Region des Inkareiches simulierte. Inzwischen werden die Terrassen wieder von Einheimischen landwirtschaftlich genutzt und es war interessant zu sehen, wie sie dort mit den einfachsten Mitteln arbeiteten.
Anschließend haben wir uns die Salinas von Maras angeschaut. Diese Salzterrassen sind ebenfalls bereits in der Inkazeit entstanden. Sie werden aus einer salzhaltigen Quelle gespeist. Das Wasser verdunstet in der Sonne, wodurch das Salz gewonnen werden kann. Die Anlage wird heute noch für Tiersalzsteine genutzt. Wir sind über die ganzen Terrassen gelaufen und man musste teilweise echt aufpassen, dass man nicht in eines der Salzbecken fällt. Zu Fuss wollten wir dann nach Urubamba laufen. Die Betonung liegt auf "wollten" denn wir haben uns verlaufen! Nachdem wir an mehreren einfachen Lehmhäusern vorbeigekommen sind, Hunden wie Schweinen ausgewichen sind und mehrere kleinere Arme des Urubambaflusses übersprungen haben, befanden wir uns im Niemandsland. Weit und breit nur der Fluss, steppenähnliche Wiesen, Tiere und Berge. Vergeblich haben wir nach einer Brücke gesucht, um den Urubambafluss zu überqueren und so der Strasse und den Taxis näher zu kommen. Also mussten wir uns wohl oder übel auf den langen Rückweg machen. Als wir dann endlich an der Strasse standen hat es noch eine ganze Weile gedauert bis ein freies Colectivo gehalten hat, mit dem wir dann nach Urubamba gefahren sind. Dort konnten wir dann endlich zu Mittagessen! Wir waren so kaputt, denn den ganzen Tag über war es sehr heiss gewesen. Obwohl ich nicht sonderlich sonnenempfindlich bin und mich mit LSF 20 eingecremt habe, habe ich mir einen Sonnenbrand geholt.
Von Urubamba ging es mit dem Bus weiter nach Chinchero, wo wir uns nochmal Inkaterrassen angeschaut haben. Nach den vorherigen waren diese nicht mehr so beeindruckend und wir haben es mehr deshalb gemacht, weil wir unser Boleto Turistico ausnutzen wollten. Dies ist ein ziemlich teures Sammelticket für die mehr oder weniger sehenswürdigen Sehenswürdigkeiten in Cuscos Umgebung. Ein paar interessante sind aber doch dabei und man kommt dort leider nur mit diesem Ticket rein. Es schliesst zum Beispiel auch einige Museen ein, die so grottenschlecht sind, dass sie schon wieder lustig sind. Ich habe mich teilweise wie auf einem Ramschmarkt gefühlt und nicht etwa wie in einem Museum. Nun aber zurück zu Chinchero. Der dortige Markt und die Kirche waren aber wirklich lohnenswert. Die Kirche unterscheidet sich ziemlich von europäischen Kirchen. Den zahlreichen religiösen Gemälden sieht man zum Beispiel an, dass sie in Peru entstanden sind, weil sie neben den Heiligen, die dortige Landschaft darstellen. Die Kirche war auch mit vielen Goldgegenständen ausgestattet, die allerdings schon bessere Tage gesehen haben. Im Gegensatz zu diesen Schmuckstücken stand dann der hintere Teil der Kirche, wo unglaublich viel Müll herumstand; eine interessante Mischung.
Sobald wir im Taxi zurück nach Cusco sassen, hat es sehr stark angefangen zu regnen, zu hageln und zu gewittern, was so weit oben schon noch mal ein Erlebnis für sich ist. Als wir dann endlich in Cusco waren, hatten wir Schwierigkeiten überhaupt in das angestrebte Café zu kommen. Mein Spanischlehrer hat aber gemeint, dass es noch viel stärker regnen und gewittern kann!!! Das kommt dann wohl im Dezember und Januar, in der Regenzeit, auf mich zu...

Montag, 15. Oktober 2007

Ausflug ins Urubambatal

Am Sonntag klingelte mein Wecker um 5 Uhr, weil wir einen Tagesausflug ins Urubambatal machen wollten. Wir sind von Cusco aus mit dem Bus gefahren. Allein diese Busfahrt war schon ein Erlebnis. Der Bus war alles andere als neu und größeres Gepäck wurde auf dem Dach verstaut. Wir waren so gut wie die einzigen Touristen, die meisten waren Indigenas. Auf einer sehr kurvigen und schlechten Strasse ging es hinauf in die Berge und erneut durch viele ursprüngliche Dörfer. Wenn jemand aussteigen wollte, sagte er einfach Bescheid und der Bus hielt. Außerdem stand jede paar Meter jemand an der Strasse, der einsteigen wollte. So war es kein Wunder, dass der Bus für 30 Kilometer mehr als eine Stunde brauchte. Wir fuhren aber noch weiter nach Urubamba. Nach zweit Stunden waren wir sehr froh, endlich aus diesem Bus rauszukommen. Mit dem Taxi sind wir noch weiter nach Ollantaytambo gefahren. Dort haben wir für 7 Soles (das sind keine 2 Euro) gefrühstückt und haben uns anschließend die dortige Inkafestung angeschaut. Sie war um einiges größer und imposanter als diejenigen vom Vortag. Es war richtig anstrengend die zahlreichen Stufen hinauf zu steigen. Ich kam mir vor, als hätte ich jahrelang keinen Sport mehr gemacht. Aber wir wurden mit einer fantastischen Aussicht in das unglaublich grüne Urubambatal belohnt. Zu sechst (!) sind wir dann mir dem Taxi zurück nach Urubamba gefahren und von dort aus mit dem Bus nach Pisac. Nach einem sehr leckeren und günstigen andinen Essen ging es wieder mit dem Taxi hinauf zu den dortigen Inkaruinen und die schlugen nun wirklich alle vorherigen! Die Anlage lag auf knapp 4000 Metern und war so groß, dass wir über eineinhalb Stunden gebraucht haben um sie zu besichtigen. Mit Hilfe von zahlreiche Terrassen machten die Inka die äußerst steilen Berghänge landwirtschaftlich nutzbar. Beeindruckend war auch der Inkafriedhof. Die Inka wurden in Löchern in Felswänden bestattet. Ich frage mich, wie sie dort hinauf gekommen sind.
Dann hatten wir erstmal genug von den Inka und sind noch eine Weile über den Markt von Pisac geschlendert. Von sehr schönem Schmuck, über Musik und Gemälde bis hin zu Gewürzen gab es dort einfach alles.
Eigentlich wollten wir wieder den Bus zurück nach Cusco nehmen. Aber nachdem wir drei Busse haben vorbeifahren lassen, weil wir nicht stehen wollten, haben wir uns doch ein Taxi gegönnt und waren froh als wir endlich wieder in Cusco waren.

Cuscos Umgebung

Nachdem es am Freitag ziemlich spät geworden ist - um 4 Uhr war ich zu Hause - habe ich es am Samstag Morgen genossen endlich mal länger im Bett bleiben zu können.
Mittags habe ich mich mit zwei Deutschen und drei Holländern getroffen, um die nähere Umgebung Cuscos zu erkunden. Mit dem Taxi ging es hinauf zu Tambo Machay, einer Inkaruine. Auf dem Rückweg nach Cusco haben wir uns noch die Inkaruinen Puca Pucara und Sacsayhuamán ("Sexy Woman" - jetzt kann ich mir diesen komplizierten Namen merken =) angeschaut. Ich war sehr beeindruckt! Und man kann sich gar nicht vorstellen, wie die Inka es geschafft haben, so etwas vor über 500 Jahren zu bauen! Die Festungen, Bäder etc. der Inka wurden mit riesigen Steinen gebaut. Es ist allein schon eine unglaubliche Leistung diese überhaupt ersteinmal her zu transportieren! Hinzu kommt noch, dass sie ganz ohne Mörtel meterhoch übereinander gestapelt sind. Das wird dadurch ermöglicht, dass die Inka die Steine millimetergenau angepasst haben. Einfach unglaublich! Ebenenfalls unglaublich war die Aussicht von dort oben. Schwarze, graue und grüne Berge soweit das Auge reicht und im Tal das gelbbraune Häusermeer von Cusco. Ich wollte mich gar nicht mehr von meiner Kamera trennen. Beeindruckt war ich auch von den noch sehr ursprünglichen Dörfern, durch die wir gelaufen sind. Schweine, Esel, Schafe, Pferde... liefen einfach auf der Strasse herum. Die Häuser waren sehr einfach und bestanden nur aus Tonwänden und Strohdächern. Die Felder wurden von Hand oder bestenfalls mithilfe eines Ochsens bestellt. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass heutzutage Menschen noch so einfach leben.

Samstag, 13. Oktober 2007

Ein peruanischer Geburtstag

Heute hat Karin, eine der drei Töchter, Geburtstag. Sie lebt inzwischen in Kanada ist aber gerade mit ihrer wahnsinnig süssen 9-monatigen Danielita zu besuch. Meine Gastmutter hat den ganzen gestrigen Tag in der Küche verbracht, denn am Abend waren ca. 20 Leute eingeladen, um in Karins Geburtstag reinzufeiern. Ich durfte auch jemanden mitbringen. Es war wirklich ein tolles Erlebnis! Erstmal wurde mit einem Cuba Libre auf das Geburtstagskind angestossen. Wenig später kam schon das zweite Cocktail, das a seco, also mit einem Schluck, ausgetrunken wurde. Sobald das Glas leer war, wurde nachgeschänkt. Dessertwein kam auch noch dazu. Nach dem unglaublich leckeren Essen wurde umgeräumt, die Musik aufgedreht und getanzt!!! Jung und alt tanzten im Kreis zu Salsamusik. Das Paar, das in der Mitte tanzte, wurde angefeuert und bedrängt, da sich der Kreis immer enger um sie schloss. Oder alle fassten den Vordermann an den Schultern und es ging mit vielen Drehungen im Kreis herum. Die vielleicht 70-jähirgen Männer und meine 61-jährige Gastmutter waren besonders eifrig dabei und wirkten beim Tanzen, wenn ihre Füsse nur so über den Boden sprangen, viel jünger. Die südamerikanische Lebensfreude war richtig zu spüren und es hat unglaublich viel Spass gemacht dabei zu sein!

Mein peruanischer Alltag

Nun bin ich genau eine Woche in Cusco und habe mich gut eingelebt. So gut, dass ich gar nicht glauben kann, dass es erst eine Woche ist. Am Montag hat mein Sprachkurs angefangen. Gleich am ersten Tag musste ich die Gruppe wechseln. Bei beiden war das Niveau leider ziemlich niedrig. Inzwischen habe ich zum Glück erneut die Gruppe gewechselt und bin jetzt eigentlich ziemlich zufrieden. Mir werden die Themen nur etwas zu ausführlich behandelt. So mussten wir beinahe jedes unregelmässiges Verb durchkonjugieren und einen Beispielsatz dazu schreiben. Es wird aber auch viel geredet.
Endlich kenne ich den Weg in die Stadt und laufe so oft wie möglich, denn wenn man nur mit dem Taxi fährt, bewegt man sich für meinen Geschmack viel zu wenig. Ich brauche eine knappe halbe Stunde und laufe beinahe die ganze Zeit an einer der Hauptstrassen Cuscos entlang. Es ist zwar alles andere als schön, aber wenigstens sicher, weil dort so viele Menschen sind. Die Luft ist allerdings so schlecht, dass ich teilweise kaum noch Luft kriege. Das Verkehrsaufkommen ist so gross und noch dazu sind die Autos beinahe ausschliesslich alte Klapperkisten, aus deren Auspuffen riesige schwarze Wolken strömen.
Nach dem Sprachkurs gehe ich manchmal noch mit ein paar Leuten in die Stadt, meistens aber direkt nach Hause, um das gemeinsame Mittagessen nicht zu verpassen. Das wäre von der Familie aus zwar gar kein Problem, aber ich esse nicht gerne alleine. Nun ist erstmal ausruhen angesagt. Auf Grund der Höhe, bin ich hier oft müde. Bis ich mich dann erstmal aufgerafft habe und Spanisch lerne, ist es dann oft schon Abend. Abends gehe ich gerne noch auf einen Pisco Sour in die Stadt. So spät durfte es bisher aber auch nicht werden, weil ich immer klingeln muss. Hoch erfreut habe ich festgestellt, dass ich die ganze Zeit schon einen Hausschlüssel besitze. Aber die Freude war nur von kurzer Dauer, da die Schlösser der beiden Haustüren wahnsinnig schwer aufgehen. Inzwischen habe ich den Trick aber einigermassen raus.
Tja, so sieht also mein peruanischer Alltag aus.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die ersten Tage und Eindrücke

und weiter geht's...
Im Haus meiner Gastfamielie wurde ich von der Empleada, dem Hausmädchen, empfangen, die mir sogleich Kokatee serviert hat. Es waren ausserdem noch zwei Amerikanerinnen da, die auch in der Gastfamilie gewohnt haben. Mit ihnen bin ich dann gleich mal per Taxi in die Innenstadt gefahren und sie haben mir viele Geheimtipps gegeben. Zum Beispiel haben sie mir einen versteckten Markt gezeigt, wo es so unglaublich viele schöne günstige peruanische Sachen gab! Ich hätte mich gleich am ersten Tag mit Mitbringseln, Souvenirs und Schmuck eindecken können, bin dann aber doch standhaft geblieben.
Cusco ist wirklich schön, wenn auch nicht im klassischen Sinne. Die Häuser sind grösstenteils ziemlich verfallen, aber Cusco hat- vielleicht auch gerade deshalb - ein tolles Flair. Wirklich schön ist eigentlich nur die "Plaza de Armas" mit ihren zwei Kathedralen. Cusco ist für südamerikanische Verhältnisse sogar noch relativ reich, dem Tourismus sei Dank, aber die Armut ist schon sehr auffällig und bedrückend. Laufend wollen dir Indigenas etwas verkaufen und viele betteln auch einfach nur.
So, jetzt aber zu meiner Gastfamilie. Ich bin echt froh dort gelandet zu sein, sie sind alle unglaublich nett, gastfreundlich und herzlich! Das Haus sieht von aussen zwar alles andere als vielversprechend aus, ist aber von innen echt schön und vor allem riesig. Am Anfang habe ich mich so oft verlaufen! Es befindet sich hinter hohen Mauern, die unteren Fenster sind vergittert und der Häuserblock wird Tag und Nacht bewacht. Ganz schön gewöhnungsbedürftig. Das klingt jetzt so, als ob meine Gastfamilie wahnsinnig reich wäre, was aber nicht der Fall ist. Sie gehört zur Mittelschicht und in grösseren Städten sind diese ganzen Sicherheitsmassnahmen notwendig und für die Mittelschicht Standart.
Am Samstag Morgen konnte ich endlich meinen Rucksack vom Flughafen abholen und somit mein Zimmer fertig einrichten. Leider war beinahe der gesamte Inhalt meines Waschbeutels entweder zerbrochen oder ausgelaufen, aber ich war einfach nur froh meinen Rucksack zurück zu haben. Am Nachmittag habe ich an einer kleinen Stadtführung meiner Sprachschule teilgenommen und dabei unglaublich viele Holländer kennengelernt. Abends ging es dann nach einem kleinen Salsakurs und ein paar Cuba Libre mit Loula, der 33-jährigen Tochter, und zwei Peruanern in die vielen Discos von Cusco. Da der Eintritt grösstenteils kostenlos war, habe ich bestimmt schon 7 Discos kennengelernt. Die Peruaner können echt ausgelassen feiern und es macht grossen Spass dabei zu sein. Vielleicht kommt die gute Stimmung auch nur auf, weil der Alkohol so billig ist ;-) ? Cuba Libre gibt es zum Beispiel für 8 Soles, das sind gerade einmal 2 Euro.
Heute Nachmittag habe ich mich mit ein paar Leuten von der Sprachschule getroffen und wir haben schon das nächste Wochenende für Ausflüge ins Auge gefasst.
Jetzt muss ich aber aufhören (endlich !!! =), denn ich muss nach "Hause" zum Essen, das übrigens echt lecker aber völlig anders ist.

Adiós!

7 Monate Peru???

Erst einmal: Mir geht es echt gut hier!!! Auch wenn schon einige Probleme aufgetreten sind (obwoh ich die ganze Zeit Omas Glücksbringer getragen habe =). Aber fangen wir doch von vorne an: Als wir in Stuttgart einchecken wollten, haben die freundlichen Delta Airlines Angestellten, darauf bestanden, dass wir unseren Flug umbuchen müssen!!! Jetzt geht mein Rückflug schon in 6 anstatt in 7 Monaten. Aber ich werde wohl nochmal die Umbuchungsgebühr bezahlen und wie gehabt 7 Monate bleiben. Anscheinend würden uns die Amerikaner mit unserem ursprünglichen Flugticket gar nicht rein lassen. Aber von wegen! Obwohl ich in Atlanta Fingerabdrücke und ein Foto hinterlassen musste, hat sich niemand auch nur ein bischen für unsere Flugtickets interessiert, geschweige denn in Peru... Aber es ist echt davon abzuraten über die USA zu fliegen, weil man so viele Sicherheitschecks über sich ergehen lassen muss. Der Flug verlief dann zum Glück recht ruhig. Er war nur viel zu lang! Insgesamt vielleicht 17 Stunden. Und schlafen konnte ich leider auch kaum. So kamen wir ( ich rede die ganze Zeit von wir, aber wer ist wir eigentlich? Wir sind ich, Liv, und meine Freundin These, die jetzt in Lima ist) sehr müde in Lima an. So war es besonders angenehm ewig am Gepäckband zu warten und noch dazu vergeblich!!! Mein Rucksack fehlte!!! Aber ich war zum Glück viel zu erschöpft, um mich aufzuregen. Der Abschied von These war dann aber umso schwerer... Plötzlich war ich das erste Mal wirklich allein in einem so fremden Land. Da es aber gleich ins Hotel und dann ab ins Bett ging hatte ich gar nicht wirklich Zeit traurig zu sein. Denn um 6 Uhr musste ich schon wieder aufstehen, um meinen Flug nach Cusco zu erwischen. Ich bin mit einer anderen Deutschen geflogen, worüber ich sehr froh war. Der Flug war echt toll, oder sagen wir eher die Aussicht! Ich hatte manchmal das gefühl über eine Mondlandschaft zu fliegen. Braune Berge und Schluchten so weit das Auge reicht, vereinzelt sogar Schnee, aber das wollen wir mal vernachlässigen. In Cusco lief zum Glück alles nach Plan. Sogar die Höhe machte mir nicht wirklich etwas aus. Ich habe mir glaube ich nur eingebildet, dass die Luft dünner ist. Am Flughafen wurde ich abgeholt und in meine Gastfamilie gebracht.
Ein langer Eintrag für eine lange und aufregende Reise...

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Packen, packen und nochmal packen

Nun ist es fast so weit. Morgen früh geht es los!!! Den ganzen Tag war ich mit Packen beschäftigt und schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Denn wie kriege ich mein Gepäck für 7 Monate in einem Koffer und einem Rucksack unter? Unmöglich!!! Also wurde alles nochmal ausgepackt und ich habe schweren Herzens noch einiges aussortiert. Und siehe da, es geht inzwischen rein!!! Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn soeben habe ich festgestellt, dass ich nicht zwei mal 30kg sondern "nur" zwei mal 22,5kg mitnehmen darf. Das heißt, ich muss wohl oder übel ein drittes Mal umpacken. Langsam rennt mir wirklich die Zeit davon!!! Nachher gehe ich noch mit meiner Mutter ein letztes Mal deutsch essen. Aber ich glaube ums Essen brauche ich mir in Peru wirklich keine Sorgen zu machen. Das, was ich bisher gelesen und gehört habe, klingt wirklich fantastisch!
Also ein letztes Mal liebe Grüße aus Deutschland!!!

Montag, 1. Oktober 2007

So dies und das...

Tja, ich weiß gar nicht so recht, was ich schreiben soll, denn NOCH (!!!) befinde ich mich in Deutschland. Von Tag zu Tag, sagen wir von Stunde zu Stunde, nimmt die Aufregung zu. Aber andererseits realisiere ich es auch noch gar nicht richtig, dass ich mich in wenigen Tagen jenseits des Äquators und noch dazu in 3400 Metern Höhe befinden werde.
So, so viel erstmal, denn ich muss noch einige Vorbereitungen treffen, vom Packen ganz zu schweigen!!!