Sonntag, 30. März 2008

Viertägiger Dschungeltrip ins Tambopatareservat

Peru verfügt nicht nur über Berge, Wüste und Küste, sondern auch über ein grosses Dschungelgebiet, was 3/5 der Landesfläche ausmacht. Die Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so bin ich für vier Tage ins Tambopatareservat gegangen. Dessen Regenwald gilt als der artenreichste der Welt. Peru ist sich schon recht früh über den ungemeinen Reichtum des Regenwaldes klargeworden und hat weite Teile streng geschützt.
Der Flug nach Puerto Maldonado dauerte keine halbe Stunde. Erst überflogen wir die schönen Anden, dann sah man eine Zeit nur Wolken und schon befanden wir uns über dem unendlich erscheinenden grünen Meer des Dschungels. Als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, wäre ich am liebsten gleich wieder umgekehrt, denn durch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit bekam ich zunächst gar keine Luft! Auf dem Boot, mit dem wir zur Lodge gefahren sind, wehte aber zum Glück ein angenehm frischer Wind und wir sassen im Schatten. Sobald es aber angehalten hat, fiel die Hitze wieder über einen her, ebenso die Moskitos. Die Bootsfahrt zur Lodge dauerte über drei Stunden und war zunächst echt interessant, weil man damit beschäftigt war die ganz neue Umgebung und die vielen neuen Eindrücke aufzunehmen. Aber ich war dann doch sehr froh, als wir am späten Nachmittag endlich angekommen sind. Wir wurden mit einem exotischen, erfrischenden Fruchtcocktail begrüsst. Hat das gut getan! Ich war ganz begeistert von der Lodge. Sie war zwar recht einfach, so ist sie nach traditioneller Art aus Holz und Palmblättern erbaut und es gibt nur im Essraum durch Solarenergie Strom, aber einfach schön. So mitten im Regenwald gelegen. Wahrscheinlich hat mich aber auch gerade diese Einfachheit begeistert. Wer will im Dschungel auch schon in ein Luxushotel? Wenn ich in mein Zimmer gekommen bin, wollte ich immer automatisch nach einem Lichtschalter suchen, musste dann aber zur Streichholzschachtel greifen. Das Zimmer besass natürlich auch keine Fenster sondern nur Moskitonetze, aber immerhin ein eigenes Bad mit richtiger Dusche und richtigem Klo. Zum Duschen blieb mir aber kaum Zeit, weil wir auf Kaimansuche gehen wollten. Kaimane sind eine Alligatorenart. Zunächst bekamen wir aber eine ausführliche Einführung, zu der leckere, salzige Bananenchips serviert wurden. Ich bin irgendwie in die Spanisch- und nicht in die Englischgruppe gerutscht. Das war aber auch gut so, denn ich hatte kaum Verständnisschwierigkeiten und die Gruppe bestand ausser mir nur noch aus einem argentinischen Ehepaar. Es war schon dunkel als wir endlich ins Boot gestiegen sind. Wir mussten ganz leise sein, während unserer Führer die Böschungen mit einem starken Scheinwerfer abgeleuchtet hat. Trifft das Licht auf einen an der Oberfläche schwimmenden Kaiman, so leuchten seine Augen rot auf und das Boot kann sich ihm vorsichtig nähern. Gleich am Anfang haben wir einen kleinen Kaiman entdeckt. Bei dem Gedanken, dass in dem Fluss, wo so viele Kaimane leben viele Leute schwimmen gehen, wurde mir bei dessen Anblick ganz mulmig zu mute. Mitten auf dem Fluss hat das Boot dann angehalten, der Motor wurde ausgestellt, das Licht wurde ausgemacht und jeder sollte ganz ruhig sein, um den Dschungel bei Nacht so richtig aufnehmen zu können. Das war ein tolles Erlebnis - der Mond schien und die Zikaden zirpten um die Wette. Ich hätte so ewig verweilen können. Aber schliesslich wartete das Abendessen in der Lodge auf uns und so haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Der Appetit wurde mir aber noch etwas verdorben, weil wir uns noch eine riesige Tarantel angeschaut haben, die sich in der Nähe der Lodge an einem Baumstamm ihr Nest gebaut hat. In der Nacht hatte ich so in meinem Zimmer immer etwas Angst, dass plötzlich so ein Vieh auftaucht, was natürlich nicht passiert ist. Vor dem Schlafengehen habe ich noch bei Kerzenlicht Tagebuch geschrieben und die Dschungelgeräusche auf mich einwirken lassen.

Am nächsten Morgen wurden wir schon um 4:30 Uhr geweckt! Wir wollten nämlich schon eine Stunde später zu einer 6-stündigen Dschungelwanderung aufbrechen und davor noch frühstücken. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, einem Bambusstock, langer Kleidung und viel Mückenschutzmittel haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Jetzt ging es das erste Mal richtig in den Dschungel! Na ja, auch nicht so ganz, denn schliesslich liefen wir auf angelegten Wegen und nicht durch das dichte grüne Dickicht. Das war aber schon beschwerlich genug, da die Wege teilweise sehr matschig waren und man oft fast bis zum Knie eingesunken ist. Durch die Umgebung wurde man aber mehr als entschädigt! Wir sahen viele exotische Pflanzen, Insekten, Frösche und Schmetterlinge in allen Farben und Grössen. Ab und zu haben wir uns auch ganz vorsichtig an einen schönen Vogel angeschlichen. Obwohl es dort unglaublich viele Tiere gibt, unter anderem auch Jaguare, ist es leider sehr schwierig diese auch zu sehen. Der Wald bietet ihnen einfach einen zu guten Schutz und sie sind natürlich sehr scheu. Als wir vergeblich nach Affen geschaut haben, lief plötzlich ein Ozelot an uns vorbei! Dieses sieht aus wie ein kleiner Jaguar. Ich habe es aber leider nur noch weglaufen gesehen. Unser Guide hat uns auch unglaublich viele Heilpflanzen gezeigt. Wenn er krank ist geht er nicht zum Arzt sondern in den Dschungel. Dort gibt es einfach Pflanzen gegen alles! Gegen Krebs, Fieber, Durchfall, zur schnelleren Wundheilung... Er liess uns auch viele Pflanzen und Früchte probieren. Wir sind auch an 60m hohen Bäumen mit unglaublich dicken Stämmen vorbei gekommen, sowie an Kautschukbäumen und dem so genannten Knoblauchbaum. Dessen Rinde riecht wie Knoblauch und wird von den Einheimischen auch als Mückenschutzmittel benutzt. Vor einem dieser unglaublich dicken Baumstämme hat der Argentinier die Fahne seines Lieblingsfussballclubs ausgepackt und sich fotografieren lassen - das sind Fans! Dann sind wir auch noch auf zwei seltsame Palmen gestossen. Zum einen war das die laufende Palme, deren Wurzeln schon ein gutes Stück über dem Boden anfangen, so dass es aussieht, als stehe sie auf ganz vielen Beinen. Die Wurzeln wachsen wohl auch immer auf der sonnenbeschieneneren Seite, so dass sie sich mehr Richtung Sonne bewegt und man den Eindruck bekommen kann sie laufe. Zum anderen sahen wir die erotische Palme. Deren Wurzeln, die ebenfalls weit über dem Boden wachsen, sehem dem männlichen Geschlechtsteil sehr ähnlich und haben so schon viele Dschungelbesucher in Verlegenheit gebracht.
Nach etwa drei Stunden und vielen neuen Eindrücken sind wir an unserem Ziel angekommen, an einem grossen See. In diesem See leben die vom aussterben bedrohten Riesenotter, die wir von weitem mit dem Fernglas beobachten konnten. Ausserdem sahen wir noch viele grosse, schöne Vögel und haben einfach im Kanu gesessen und diese wunderbare Stille auf dem See genossen. Da haben selbst die Moskitos und die intensive Sonneneinstrahlung kaum gestört.
Auf dem Rückweg hatten wir doch noch das Glück und haben eine ganze Horde kleiner Affen gesehen, die waghalsig von Baum zu Baum entlang des Weges gesprungen sind. Fotografieren lassen wollten sie sich leider nicht wirklich, obwohl sie sehr neugierig und gar nicht scheu waren. Ein süssen kleines Baby war auch dabei. Total erschöpft, denn es war inzwischen schon Mittag und drückend heiss, kamen wir wieder in der Lodge an.
Den Nachmittag über haben wir uns ausgeruht. Wir waren immer noch sehr kaputt und es ist einfach viel zu heiss, um etwas zu unternehmen. Ausserdem hat man morgens einfach die besten Chancen, Tiere zu sichten. Ich habe den Nachmittag lesend auf der Veranda in einem Liegestuhl verbracht. Trotz der Mücken kann man sich dort wunderbar entspannen. Man schaut in den Regenwald und hört die ganzen beruhigenden Dschungelgeräusche.
Vor dem Abendessen haben wir noch eine kleine Nachtwanderung gemacht. Der Regenwald ist einfach stockdunkel! In der Nacht kann man besonders gut Insekten, Frösche und nachtaktive Schmetterlinge sehen. Wäre unser Guide nicht gewesen , so hätte ich viele Tiere gar nicht gesehen, da sie wunderbar getarnt sind. Die Rücken der Frösche sehen Blättern zum Beispiel zum Verwechseln ähnlich. Wieder haben wir eine kleine Besinnungspause eingelegt und unsere Taschenlampen ausgestellt. Man sah nicht einmal die eigene Hand vor den Augen. Im Dunkeln und in der Stille konnte man die Geräusche und Atmosphäre besonders gut auf sich wirken lassen.
Beim Abendessen hat uns unser Guide dann erzählt, dass er die ganze Zeit ein Tapier gehört hat. Am Tag hatten wir Tapirspuren gesehen und die sind beängstigend gross! Um uns keinen Schrecken einzujagen, hat er es uns lieber erst nachher erzählt.

Am nächsten Tag konnten wir richtig ausschlafen, das heisst bis 5 Uhr. Da der Betrieb aber immer schon so um 4 Uhr los geht und die Dschungelgeräusche recht laut sind, war ich um diese Uhrzeit schon hellwach, was mir sonst nie passiert. Wir sind zu einer kleinen Papageienlehmlecke gefahren. In gut getarnten Häusschen mit nur einem kleinen Sehspalt und mit Ferngläsern bewaffnet haben wir auf die Papageien gewartet. Doch sie wollten nicht kommen! Es trieb sich nämlich ein Raubvogel um die Lehmlecke herum und so haben sich nur vereinzelte Papageien hergetraut. Diese waren grün und selbst mit Fernglas im Laub nur schwer zu entdecken. Nach einer Stunde sind wir etwas enttäuscht wieder aufgebrochen. Doch wir hatten Glück, denn die Papageien sind zu einer anderen Stelle am Flussufer ausgewichen, so dass wir sie vom Boot gut beobachten konnten. In Scharen kamen sie an und sassen an der Lehmwand, wo sie den Lehm assen. Das tun sie wohl, weil der wertvolle Mineralien enthält und ihren Körper von Giftstoffen befreit. Es war auf jeden Fall ein tolles, farbiges Spektakel!
Nach dem Frühstück haben wir uns noch die lodgeeigene kleine Ausstellung der Pflanzen und Tiere der Umgebung angeschaut. Wir sahen handgrosse Käfer, Piranhaskellette mit ihren langen scharfen Zähnen, eingelgte riesige Schlangen und viele unheimliche Tiere mehr. Da war ich ganz froh, dass die Tier doch so scheu sind.
Nach einer kurzen Pause haben wir eine Gemeinde von Einheimischen besucht. Doch leider war niemand von ihnen anzutreffen. Viele Familien sind auch in die Stadt, nach Puerto Maldonado, gezogen. Die Einheimischen besitzen ein grösseres Stück Sekundärwald, das sie bewirtschaften dürfen. Im Reservat selber darf weder Landwirtschaft betrieben werden, noch gejagt werden. Die Lodge hat ein enges Verhältnis zu einer der Familien. Der Besitzer hatte der Familie einst das Stück Land abgekauft, auf dem heute die Lodge steht. Er musste der Familie nicht nur Geld zahlen, sondern auch garantieren, dass die Lodge ihre Früchte von der Familie bezieht, Familienmitglieder einstellt und dass die Familie die Boote der Lodge mitbenutzen kann. Das nenne ich eine lobenswerte Kooperation. Wir wurden auf dem Grundstück der Familie herumgeführt und durften viele Früchte probieren. So assen wir Orangen, Sternfrucht, die leckere Frucht der Kakaopflanze und Cocoçao, eine brasilianische Frucht, aus der man besonders gut Cocktails machen kann. Ausserdem sahen wir Kaffeepflanzen, Bananenstauden und die Yukapflanze, deren Wurzeln man essen kann und die etwas an Kartoffeln erinnert. Diese Früchte kennt man bei uns nur aus dem Supermarkt und es war toll sie sich direkt vom Baum pflücken zu können und sie dann zu essen. Mmmh!
Am späten Nachmittag haben wir uns nochmal zu einem kleinen Dschungelspaziergang aufgemacht, aber leider ausser Insekten und Fröschen und den vielen Pfanzen nicht mehr gesehen. Danach sind wir zum Flussufer gelaufen, von wo aus man ganz wunderbar den Sonnenuntergang beobachten kann. Dieser war total farbintensiv und zu der Umgebung einfach richtig schön!
Damit war auch schon mein letzter Tag in der Lodge vergangen. Es ging einfach viel zu schnell! Andererseits braucht man aber auch sehr lange, um sich an das anstrengende Klima zu gewöhnen und ich habe mich schon wieder auf das frische Cusco gefreut.

Nach einem FRÜHstück sind wir auch schon mit dem Boot nach Puerto Maldonado aufgebrochen. Während der Bootsfahrt habe ich noch ein letztes Mal die tolle Dschungelatmosphäre genossen, die ich so schnell bestimmt nicht mehr erleben werde.

Mittwoch, 19. März 2008

Sucre

In Sucre habe ich meinen ehemaligen Klassenkameraden Christian besucht, der dort seinen Zivi macht.

Ich bin morgens angekommen und wir sind ersteinmal richtig lecker frühstücken gegangen. Vom Café aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf Sucre. Danach sind wir ins Zentrum gelaufen. Sucre soll die schönste Stadt Boliviens sein und soweit ich das beurteilen kann, stimme ich dem auf jeden Fall zu. Sie wird auch "Ciudad Blanca", die weisse Stadt, genannt, da sich im Zentrum zahlreiche wunderschöne weisse Kolonialhäuser und Kirchen befinden. Der Markt dort hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, weil man dort für ein paar Bolivianos leckere frischgepresste Fruchtsäfte bekommt.
Am Nachmittag haben wir uns mit den anderen Zivis und Freiwilligen ein Fussballspiel angeschaut. Dafür mussten wir nur 8 Bolivianos zahlen, also keinen Euro. Und das war auch gut so, denn das Spiel war total langweilig und von niedrigem Niveau, obwohl es erste Liga war. Ich möchte mal behaupten, dass bei uns Drittligamannschaften bei weitem besser sind.
Abends sind wir noch Volleyballspielen gegangen. Obwohl ich seit Oktober keinen Sport mehr gemacht habe, fand ich es gar nicht anstrengend. Vielleicht macht sich Cuscos Höhe doch bemerkbar. Danach waren wir noch in einem "Gringoschuppen" lecker essen und haben uns noch einen Drink in einer netten Bar gegönnt.

Am Sonntag haben wir einen kleinen Ausflug zum "Parque Bolivar" gemacht, der mir echt gut gefallen hat, da es dort auch einen kleinen süssen Rummel gibt, mit Ponyreiten, Riesenrad, Zuckerwatte... Da kamen richtig Kindheitserinnerungen hoch. Man hatte das Gefühl, man befände sich in einem westlichen Stadtpark und nicht mitten in Südamerika. Das dortige Eifelturmmodell hat aber ganz sicher nicht dazu beigetragen. Denn der "bolivianisch Eifelturm" sah alles andere als originalgetreu aus und war eher lächerlich als schön.

Am Montag, meinem letzten Tag in Sucre, haben wir das "Museo de Arte Indígena", das Museum der indigenen Kunst, besucht, wo vor allem die verschiedenen Webkünste thematisiert werden. Es war wirklich interessant und die feinen, sehr komplizierten Muster sehr beeindruckend. Man konnte dort auch einer Frau beim Weben zusehen. Respekt! Das ist einfach eine Heidenarbeit und mir ist es auch ein Rätsel wie man bei so vielen Fäden den Überblick behalten kann. Für ein Tuch brauchen die Frauen drei Monate, vorausgesetzt sie arbeiten täglich viele Stunden daran. Da die Indígenas aber noch Arbeiten auf den Feldern und im Haushalt erledigen müssen, brauchen sie meistens doch ein halbes Jahr!
Anschliessend waren wir noch etwas essen und dann musste ich schon zum Bus. Wir hatten uns etwas verkalkuliert und so wurde es am Ende noch ganz schön stressig. Zwei Minuten vor Abfahrt kam ich am Busterminal an! Es hat aber noch alles wunderbar geklappt und einige Reisende waren sogar noch später dran.

Sonntag, 16. März 2008

La Paz

Mitte Februar lief mein Touristenvisum ab und um es verlängert zu bekommen, bin ich für eine Woche nach Bolivien gereist. Da meine Mitreisenden leider alle abgesprungen sind, habe ich mich mit einem etwas ungutem Gefühl alleine auf den Weg gemacht, weil mein Visum nun einmal verlängert werden musste.
Aber gleich am Terminal habe ich eine Engländerin kennen gelernt, mit der ich mich dann während der zwölfstündigen Nachtfahrt unterhalten habe. Früh am nächsten Morgen kamen wir an der bolivianischen Grenze an, die noch gar nicht geöffnet hatte. Es hatte sich jedoch bereits eine ewig lange Schlange gebildet. So mussten wir insgesamt bei prallem Sonnenschein zwei Stunden lang ansstehen, um die Aus- und Einreiseformalitäten zu erledigen. Wäre nicht unser ungeduldiger Busfahrer gewesen, der uns am Ende einfach durchgeschleust hat, hätte es noch viel länger gedauert, denn die Bolivianer wollten der Engländerin kein Touristenvisum geben, mit der Begründung, es gäbe kein England!
Mittags kamen wir dann endlich in La Paz an. La Paz ist Boliviens grösste und wichtigste Stadt, Hauptstadt ist allerdings Sucre, obwohl sich dort nur noch der oberste Gerichtshof befindet, alle anderen Regierunginstitutionen befinden sich in La Paz. Der Anblick war ganz schön beeindruckend, weil die Stadt in einem Talkessel liegt und sich Lehmhäuser weit in die Berge hoch hinaufziehen.
Für den Nachmittag habe ich mich gleich mit der Engländerin zum Essen verabredet. Nach dem Essen sind wir noch über den "Hexenmarkt" geschlendert. Dort werden viele Artikel zur Pachamamaverehrung, zur Verehrung der Muttererde, verkauft, darunter so gruselige wie Frösche und Lamaföten! Letztere werden beim Hausbau in einer Ecke vergraben, weil es Glück bringen soll. Ausserdem wurden noch allerlei Pülverchen für die Liebe, das Geld, das Glück usw. angeboten.
Anschliessend habe ich das äusserst interessante Coca-Museum besucht, wo jegliche Aspekte der Cocapflanze, vom Anbau, über die Bedeutung bis zum Missbrauch, anschaulich dargestellt wurden. Auf dem Weg zurück zum Hostal habe ich noch viele Souvenirs gekauft.

Am nächsten Morgen hiess es früh aufstehen, da ich eine Stadtrundfahrt gebucht hatte. Ja, ich habe es nocheinmal gewagt und bin in einen dieser Touribusse gestiegen. Zum Glück wurde ich aber belohnt, denn diesmal war es wirklich interessant und ich kam mir auch nicht ganz so blöd vor. Was den Peinlichkeitsfaktor schon einmal etwas heruntergeschraubt hat, war, dass es keinen Führer mit einem albernen Hut gab, der ins Mikro gesprochen hat, sondern nur Kopfhörer. So bekam ich die Informationen sogar auch auf Deutsch. Ausserdem muss man in La Paz auch etwas aufpassen, wenn man alleine unterwegs ist. Zunächst sind wir durch den historischen Teil gefahren, vorbei an vielen etwas heruntergekommenen aber immer noch sehr schönen Kolonialhäusern, Regierungsgebäuden und hässlichen Wolkenkratzern. Auch haben wir einen Aussichtspunkt besucht, wo man nochmals die fantastische Lage von La Paz bewundern konnte. Die schneebedeckten Gipfel der Umgebung konnte man aber leider wegen einiger Wolken nicht sehen. Anschliessend ging es hinunter in die Zona Sur. Diese liegt auf etwa 3000m, also 1000 Meter unter El Alto, wo viele Arme wohnen. Dort ist das Klima sehr viel angenehmer und es haben sich viele Reiche angesiedelt. Es war eine ganz andere Welt. Plötzlich war man nicht mehr von Lehmhäusern umgeben, sondern von kleinen, bestens gesichertenVillen. Man fühlte sich eher wie in einer amerikanischen Vorstadt, als wie in Bolivien. Es fuhren dort auch viele dicke Autos herum und ein Golf- und Tennisclub durften natürlich nicht fehlen. Der Bus verliess La Paz und wir erreichten das "Valle de la Luna", das Mondtal. Dort haben sich durch Regen und Erosionen bizarre Felsformationen gebildet, so dass man wirklich fast meinen könnte, man befände sich auf dem Mond. Nur das Hüpfen wollte nicht so recht klappen. Damit war die Tour beendet. Mit einem amerikanischen Pärchen wollte ich zurück ins Zentrum laufen, vorbei an einer Demonstration. Ich hatte schon ein etwas ungutes Gefühl, aber zunächst verlief alles ganz ruhig. Plötzlich jedoch, kam eine Kolonne von Polizisten auf Motorrädern an und fing an mit Tränengas zu schiessen. Alle sind einfach nur panisch geflüchtet, denn das Tränengas hatte es echt in sich. Augen, Nase und Rachen fingen total an zu brennen und man bekam kaum noch Luft. Zum Glück verzogen sich die Polizisten aber wieder schnell und der Amerikaner konnte nicht widerstehen und wollte nocheinmal hinunter auf die Strasse. Da ich gerne mit den beiden laufen wollte, bin ich mitgekommen - ein Fehler!- denn die Polizisten kamen nocheinmal an! Der Amerikaner hatte aber immer noch nicht genug und ist ein drittes Mal runter auf die Strasse. Mir hat es nun aber endgültig gereicht und ich bin dann lieber alleine im sicheren Abstand zum Schlachtfeld ins Zentrum gelaufen. Ich habe es auch eigentlich richtig genossen, in meinem eigenen Tempo zu gehen und mir die Sachen anzuschauen, die mich interessierten. So bin ich nocheinmal zur schönen "Plaza Murillo" mit den Regierungsgebäuden und zur "Calle Jaén", der schönsten Strasse von La Paz. Diese ist eher ein kleines gepflastertes Gässchen und wird von sehr schönen Kolonialhäusern in allen Farben gesäumt.
Nach einer kleinen Pause bin ich auf Shoppingtour gegangen, leider ohne Erfolg.

Am Abend bin ich für drei Tage nach Sucre gefahren, aber dazu später mehr.

An meinem letzten Tag in La Paz bin ich mit einem dieser tollen alten schrecklich stinkenden Mikros nocheinmal zum "Valle de la Luna" gefahren, da wir bei der Stadtrundfahrt dort nur einen kleine Stopp eingelegt hatten. Diesmal habe ich mir richtig viel Zeit genommen in dem Tal herumzuwandern und Fotos zu machen.
Da meine erste kleine Shoppingtour erfolglos war, habe ich mich nochmals auf die Jagd nach Klamotten gemacht, diesmal erfolgreich. Es ist gar nicht so einfach in La Paz schöne normale Klamotten zu finden. Findet man solche, entsprechen die Preise fast europäischem Niveau.

Am nächsten Morgen habe ich mich auf den Rückweg nach Cusco gemacht. Der war sehr unangenehm, da der Bus einen ganzen Tag lang fuhr und man sich die Fahrt so kaum durch Schlafen verkürzen konnte. Wenigstens habe ich noch einen Brasilianer kennengelernt, mit dem ich mich unterhalten konnte und an der Grenze lief diesmal alles Ruckzuck.

Im Nachhinein fand ich es gar nicht so schlimm, alleine unterwegs gewesen zu sein, weil man alleine viel schneller Leute kennenlernt und so gar nicht wirklich alleine ist. Man ist auch viel unabhängiger und kann das machen, was einem gefällt. Dennoch war ich dann froh, wieder in Cusco bei meiner Gastfamilie zu sein.

Samstag, 8. März 2008

Chaska Wasy - Hogar de las Estrellas

Jetzt wird es aber wirklich Zeit für einen Blogeintrag über meine Arbeit!

Ich habe in der Behinderteneinrichtung Chaska Wasy - Hogar de las Estrellas, was so viel heisst wie Heim der Sterne, gearbeitet. Dort leben behinderte Kinder jeder Altersstufe, die eigentlich noch Eltern haben. Diese jedoch haben entweder nicht das Geld für eine angemessene Betreuung und Förderung oder sind einfach überfordert, denn einige Mütter haben gleich mehrere behinderte Kinder. Manche Eltern kommen ihre Kinder besuchen oder die Kinder sind in den Ferien bei ihnen. Andere jedoch haben den Kontakt ganz abgebrochen. Ein Junge wurde sogar im Müll gefunden!

Die Einrichtung gefällt mir viel besser als der Kindergarten, in dem ich zuvor gearbeitet habe. Meine Mitarbeiter sind alle sehr nett und man spürt ihre Dankbarkeit den Freiwilligen gegenüber. So fühle ich mich dort überhaupt nicht ausgenutzt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Organisation aus Spanien kommt und aus Spenden finanziert wird und nicht staatlich ist.

Ich habe mich dort um die kleinen und schwierigen Kinder gekümmert. Meine Aufgabe war es, auf sie aufzupassen, damit sie nicht abhauen oder alles mögliche essen, ihnen beim Essen zu helfen und ich musste sie regelmässig aufs Klo bringen, damit sie sich nicht in die Hose machen. Das wurde teilweise ganz schön stressig und eklig. Es ist sehr schwierig sechs Kinder gleichzeitig auf dem Töpfchen zu halten. So ist es des öfteren passiert, dass einige einfach zur gleichen Zeit aufgestanden sind und sich dann der Töpfcheninhalt über den Badboden verteilt hat. Dann musste ich sie auch noch davon abhalten dadurch zu laufen. Manchmal bin ich schier verzweifelt, weil sie sich dann auch oft weigern sich wieder hinzusetzen. Dann ging das Geschrei erst wirklich los.

Auch wenn ich meine Kleinen wirklich ins Herz geschlossen habe und ich gerne mit ihnen zusammen war, wurde die Arbeit irgendwann langweilig. Ich arbeite nämlich von 8 bis 14 Uhr und jeden Tag ist es mehr oder weniger das Gleiche. Wenn es nicht regnet gehen wir schon raus, was aber auch sehr viel Aufmerksamkeit erfordert, oder machen mal einen grösseren Ausflug, aber so gehen die 6 Stunden auch nicht viel schneller herum. Ausserdem sind die Kinder teilweise stark geistig zurückgeblieben und können nicht sprechen, wodurch es für mich ohne entsprechende Ausbildung sehr schwierig ist mit ihnen mehr zu machen als zu spielen. Auch war ich oft mit ihnen alleine und da war es schon genug Arbeit einfach nur auf sie aufzupassen. So bin ich froh, dass ich die letzten Wochen wahrscheinlich den älteren Kindern in der Schule helfen kann.


Hier aber noch eine kleine Beschreibung zu jedem meiner Schützlinge:

Betsy:
Betsy ist zwölf Jahre alt und wirkt vom Aussehen auch so, vom Verhalten her scheint sie allerdings viel jünger zu sein. Sie spricht kaum und wenn sehr wenige unzusammenhängende Worte. Sie ist die ruhigste meiner Gruppe und sie stört es auch nicht, einfach eine Weile tatenlos auf einem Stuhl zu sitzen, wobei sie meistens lieb vor sich hingrinst. Plötzlich verschwindet sie dann aber auch mal und man findet sie dann meistens im Garten, wo sie genüsslich Erde, Gras und was sie sonst noch so findet verzehrt.

Maydé:
Sie ist ebenfalls schon zwölf Jahre alt, wirkt aber bestenfalls wie acht. Sie sprich überhaupt nicht, sondern gibt nur summende und brummende Laute von sich. Wenn man sie allerdings kitzelt quietscht sie wie ein kleines Schweinchen. Sie liebt es ihrem kleinen Bruder Spielzeug wegzunehmen oder ihn zu schubsen. Ausserdem sammelt sie mit Vorliebe jede noch so dreckige Plastiktüte ein, nimmt sie an den Mund und reibt sie daran. Wahrscheinlich gefällt ihr das knisternde Geräusch.

Edwin:
Edwin ist Maydés kleiner Bruder und sechs Jahre alt, sieht aber wie ein 4-jähriger aus. Er ist ein ganz süsser, weil er oft mit einem strahlenden Gesicht durch die Gegend hüpft. Er liebt Schnüre und findet sie überall. Mit diesen wedelt er dann begeistert herum und schaut ihnen nach. Edwin hat auch eine Vorliebe für Türen. Jede offene Tür muss er zu schlagen. Das kann ganz schön anstrengend und peinlich werden, wenn man mit ihm spazieren geht und er in jedes offene Geschäft oder jede offene Wohnung hereinrennt und die Tür dann zu schlägt. Er spricht ebenfalls nicht, sondern gibt nur ein paar gurgelnde Laute von sich und klappert dazu mit den Zähnen.

Livio:
Livio ist der "Abuelito" (Opa) oder der "Monito" (Äffchen), weil er sehr erhaben und bedacht durch die Gegend läuft und stark behaart ist. Er ist ebenfalls sechs Jahre alt und wirkt wie vier. Livio ist taub und spricht folglich nicht wirklich. Manchem seinem Gebrabbel kann man allerdings Wörter wie "Mama" oder "No" entnehmen. Seine Zähne sind sehr stark von Karies betroffen, oben haben sie sich schon fast zurückgebildet, und so fällt ihm das Essen sehr schwer. Man muss ihm sehr kleine Stückchen geben und auch die fallen ihm häufig noch wieder aus dem Mund. Alles andere von Papier, über Watte zu Gras stopft er sich allerdings mit Vorliebe in den Mund.

Alejandro:
Alejandro ist ein echter Zappelphillip, was es besonders schwierig macht, auf ihn aufzupassen. Er klettert auf Tische, durchs Fenster und ist dabei meist nicht sonderlich konzentriert, wodurch er öfters hinfällt. Oft könnte man ihn für einen ganz gewöhnlichen Jungen halten, da er wie so viele Jungen seines Alters - er ist sechs Jahre alt - Autos und Bälle liebt. Er ist in vieler Hinsicht einer der am weitesten entwickelten meiner Gruppe, obwohl er einer der jüngsten ist: Er spricht einige Wörter nach und auch manchmal von alleine im richtigen Zusammenhang. Wenn man zu ihm "Pitchi, Pitchi" (Pipi, Pipi) sagt, kommt er mit aufs Klo, zieht sich die Hose runter und pinkelt im Stehen. Mit grösseren Geschäften hat er allerdings so seine Probleme; er weigert sich einfach aufs Töpfchen zu machen. Es ist eine Kunst, ihn überhaupt dahin zu bekommen, denn dieser schmächtige kleine Junge kann dann eine unglaubliche Kraft entwickeln, was es jedes mal zu einem regelrechten Kampf macht. Nach einer Stunde vergeblichen Wartens lässt man ihn dann aufstehen. Promt zieht er sich in einer Ecke aber dann die Hose runter und will im Stehen sein Geschäft verrichten. Also schnell wieder aufs Töpfchen mit ihm und wieder kommt es zum langen Kampf. So geht das dann ein paar Mal hin und her und schliesslich schafft er es doch irgendwie, in die Ecke zu machen. Noch eine Eigenart von ihm ist, dass er sich Hände und Knie aufkratzt, weil es ihm Freude macht, Blut zu sehen. So sind seine Hände ziemlich vernarbt und verkrustet. Nach dem Essen ist sein ganzen Gesicht bis zu den Ohren und bis in die Haare mit Essen beschmiert, weil er den Teller immer noch auslecken will und sehr schnell in grossen Happen, auch gerne mit den Händen, isst.

Dani:
Dani ist der Schwierigste meiner Gruppe. Er kann sehr aggressiv werden und schlägt oder beisst dann gerne zu. Das kann ganz schön weh tun. Ich habe schon einige blaue Flecken davon getragen! Meistens haut er aber zum Glück nicht so stark und ist für seine sieben Jahre auch noch recht klein und schmächtig. Von einem Moment zum anderen, wenn man ihn kitzelt, fängt er dann aber an herzlich zu lachen und kuschelt sich an einen. Er entwischt vorzugsweise in den Hof, um dort mit Besen und Kehrschaufel zu spielen. Wenn man ihn dann dazu bewegen will, zurückzukommen, wirft er sich auf den Boden, zappelt, will zu beissen und schlagen, was die ganze Angelegenheit etwas schwierig gestaltet. Ihn zu füttern ist auch sehr schwierig, weil er gerne auf den Löffel schlägt oder den Suppenteller umschmeissen will. Man kann sich vorstellen, wie sein Platz nach dem Essen aussieht. Draussen sammelt er gerne Steine und Gras, um sie dann einem zu bringen. Dani brummt entweder vor sich hin oder sagt: "Titi", "Pan", "Ai" oder "Kaka". Ich habe vergeblich versucht, ihm seinen Namen oder andere einfache Worte beizubringen. Dani kann die Nacht bei seiner Mutter verbringen, die ihn aber jeden Morgen dann wieder in die Einrichtung bringt.

Sonntag, 2. März 2008

Pisco y El Chaco

Als der Bus in Pisco ankam, waren wir ersteinmal ziemlich schockiert. Die Stadt ist sehr heruntergekommen und die Spuren vom Erdbeben des letzten Sommers sind noch kaum beseitigt. Zu dieser Schauerkulisse kommt noch hinzu, dass Pisco eine der gefährlichsten Städte Perus ist. Deshalb hatten wir sehr Angst. Zunächst haben wir uns nichteinmal getraut ein Taxi zu nehmen. Aber da wir unbedingt schnellst möglich aus der Stadt herauskommen wollten, sind wir schließlich doch in ein Taxi gestiegen, das uns sicher in das Hafenstädtchen El Chaco gebracht hat. Dort haben viele reiche Peruaner ihre Strandhäuser und man kann dort beruhigt an den Strand gehen oder auf der Strasse spazieren. Wir haben uns sofort wohl und vor allem sicher gefühlt.
Diesmal haben wir den Sonnenuntergang vom Strand aus verfolgt, was auch sehr schön war. Beim Abendessen haben wir zwei Peruaner kennengelernt. Einer von ihnen war Salsalehrer. So hat er den Restaurantbesitzer gebeten Salsamusik aufzulegen und hat Maria und mich aufgefordert. Er hat uns nur so herumgewirbelt, so dass uns ganz schwindelig wurde und wir ins Schwitzen kamen.

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, weil wir eine Tour zu den Islas Ballestras gebucht hatten, die auch als die peruanischen Gallapagos Inseln bekannt sind. Leider waren wir bei weitem nicht die Einzigen. Fast im Minutentakt starteten Schnellbote mit jeweils 30 Personen. Trotzdem war der Besuch auf jeden Fall lohnenswert. Unterwegs haben wir angehalten um Perupelikane zu beobachten und uns den dreizackigen Geoglyphen "El Candalero" anzuschauen. Dies ist eine über 2000 Jahre alte in den Fels gekratzte Figur in der Form eines Kerzenständers. Aber über ihre Bedeutung herrscht weitgehend Unklarheit. Die Fahrt an der Halbinsel Páracas entlang war sehr schön, da die Küste steil abfällt und sich hinter ihr Dünen erheben.
Für mich ist es wirklich ein Rätsel warum Pinguine, Seelöwen und hunderte verschiedene Vögel ausgerechnet auf den Islas Ballestras leben. Sie bestehen nämlich nur aus Fels und "Guano" - Vogelkot. Gewiss, es gibt dort viele schöne Felsformationen und Höhlen, aber ansonsten? Es war ein tolles Erlebnis Pinguine und Seelöwen in der freien Natur zu erleben. Davor kannte ich sie nur aus dem Zoo. Delfine haben wir aber leider nicht sehen können.

Nach diesem Ausflug sind wir an den Strand gegangen - im Januar! Ich habe es richtig genossen, mich zu sonnen und dann zur Abkühlung etwas zu schwimmen!
Doch auch dieser Tag ging viel zu schnell vorbei und am Abend habe ich mich nach einem ausgedehnten Strandspaziergang auch schon wieder auf den Rückweg ins kalte, verregnete Cusco gemacht. Maria ist noch eine Nacht geblieben und am nächsten Tag weiter nach Lima, von wo aus sie schon wieder zurück nach Deutschland geflogen ist. Um nach Cusco zu kommen, musste ich zunächst wieder zurück nach Ica - gar nicht so einfach. Die Busse nach Ica kommen alle aus Lima und sind, wenn sie in Pisco ankommen, größtenteils schon besetzt. So ist in Pisco immer ein ganzer Pulk den ankommenden Bussen entgegengerannt, meistens vergeblich. Ich war schon sehr verzweifelt, weil ich ja meinen Bus nach Cusco erwischen musste! Nach einigem verzweifeltem Betteln hatte ich als eine der wenigen das Glück einen Platz zu ergattern. War das eine Erleichterung! Von nun an lief aber alles glatt und ich kam am nächsten Tag nach insgesamt 18 Stunden Fahrt wohlbehalten in Cusco an.