Am Mittwochabend haben wir den Nachtbus nach Arequipa genommen. So einen noblen Bus habe ich zuvor noch nie gesehen! Es war ein 5-Sterne Bus mit Schlafsesseln, die man fast senkrecht nach hinten klappen konnte. Hinzu kam noch eine Fussstütze, eine Decke, ein Fernseher... Außerdem wurde uns wie im Flugzeug von einer "Stewardess" das Abendessen serviert. Bevor wir aber einsteigen konnten wurden unsere Taschen kontrolliert, wir mussten eine Passkopie vorweisen und wir wurden mit einer Videokamera erfasst. Das waren fast amerikanische Zustände... Trotz der bequemen Sitze konnte ich leider nicht so gut schlafen, weil die Strassen schlecht sind und bei 10 Stunden Fahrt wird auch der bequemste Sitz unbequem. Außerdem wurden uns um ca. 6 Uhr morgens einfach die Decken von der "Stewardess" weggerissen. So kamen wir etwas müde in Arequipa an. Aber zum Glück konnten wir gleich unsere Zimmer im Hostal beziehen und uns dort etwas ausruhen. Das Hostal war echt total schön. Es hatte einen grossen Garten mit Liegestühlen und einer toller Aussicht auf Arequipa und Umgebung. Die Zimmer waren schön geräumig, sauber und verfügten über ein eigenes Bad. Das Frühstück war ebenfalls sehr lecker. Wir hätten den gesamten Tag im Garten sonnen können. Da wir für Arequipa aber leider nur einen Tag Zeit hatten, sind wir dann doch irgendwann in die Innenstadt aufgebrochen. Gleich zu Beginn haben wir uns das absolute Highlight Arequipas angeschaut: Das Kloster Santa Catalina. Es hat zwar 30 S/. (ca. 7 Euro) gekostet, was für peruanische Verhältnisse wirklich viel ist, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Santa Catalina wird auch die Stadt in der Stadt genannt, weil es einfach so groß ist und die Nonnen dort leben können ohne mit der Außenwelt in Kontakt zu kommen, da es alles Wichtige, wie einen Friedhof, eine Backstube, eine Wäscherei, beinhaltet. Ich muss allerdings sagen, dass ich weniger vom Leben der Nonnen dort oder den Gemälden, sondern vielmehr von der Architektur des Klosters beeindruckt war. Viele Gebäude wurden im Kolonialstil erbaut. Außerdem erstrahlt jeder Häuserkomplex in einer anderen leuchtenden Farbe, was zusammen mit vielen Bäumen, Pflanzen und dem immer strahlend blauen Himmel Arequipas einfach toll aussieht! Nach ganzen zwei Stunden haben wir unseren Rundgang beendet.
Anschließend haben wir an der Plaza de Armas etwas gegessen. Die Plaza von Arequipa ist auch äußerst sehenswert. Sie wird von einer grossen Kathedrale und Gebäuden mit Arkaden begrenzt, die allesamt weiss sind. Deshalb wir Arequipa auch die weiße Stadt genannt. Auf der Plaza wachsen viele Palmen und sie ist der Treffpunkt aller Tauben Perus. So sieht es jedenfalls aus, weil es dort einfach so viele Tauben gibt.
Am Nachmittag haben wir eine Tourirundfahrt in einem knallgelben Bus mit offenem Dach und Guide gemacht. Eigentlich kann ich das weniger gut leiden, da wir aber nur einen Tag Zeit hatten, hab ich es doch in Kauf genommen. Wir wurden zu allen möglichen sehenswerten und weniger sehenswerten Ecken von Arequipa gekarrt. Teilweise hatten wir echt eine wunderschöne Aussicht auf die Vulkane in der Umgebung. Mit der Zeit wurde es aber echt anstrengend immer auszusteigen, denn wir waren alle etwas müde und es war sehr heiss. Da halfen auch die gelben Schirmmützen, die wir bekommen hatten, nicht weiter =). Als wir durch einen ärmeren Stadtteil fuhren und mit arequipeñischer Musik beschallt wurden, kam plötzlich ein Stromkabel herunter, das den Bus nur knapp verfehlt hat. Da waren wir dann erstmal wieder wach und froh, als die Busfahrt endlich beendet war.
Nach einer kurzen Besprechung unserer Cañontour im Reisebüro und nach einem sehr leckeren italienischen Essen ging es auch schon ins Bett, denn am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen.
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