Ein Machu Picchu Besuch, ein Besuch bei einem der neuen sieben Weltwunder, darf in Peru natürlich nicht fehlen. Ich habe es mir für meine Familie aufgehoben und so haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht.
Früh morgens sind wir in Cusco in den Zug gestiegen, der uns bis nach Agua Calientes, alias Machu Picchu Pueblo, bringen sollte. Da Cusco in einem von hohen Bergen umgebenen Tal liegt, musste der Zug lange Zick-Zack fahren und viel rangieren, um die Höhe zu überwinden. Das hat geruckelt!
Lange fuhr der Zug durch schöne Täler. Irgendwann bin ich eingenickt und als ich aufgewacht bin, befanden wir uns plötzlich in einer ganz anderen Welt - im Nebelwald. Die Vegetation war nun sehr üppig und man konnte viele bisher noch unbekannte Pflanzen und Bäume entdecken. Ich kam aus dem Fotos schiessen gar nicht mehr heraus! Nach vier Stunden Fahrt sind wir dann in Agua Calientes angekommen. Nach dem schönen Naturerlebnis ein ganz schöner Schock, da das Dorf richtig hässlich ist! Durch den Massentourismus nach Machu Picchu ist dieses zuvor unbedeutende Dorf ohne Stadtplanung rasant gewachsen und zahlreiche unschöne Hostals sind entstanden.
Da wir Machu Picchu erst am folgenden Tag besuchen wollten, haben wir den Nachmittag für einen Besuch im Machu Picchu Museum genutzt. Dieses liegt etwas ausserhalb und so sind wir eine ganze Weile durch den faszinierenden Nebelwald gelaufen. Das Museum war das beste, was ich bisher in Peru gesehen habe, denn es war sehr informativ und anschaulich aufgebaut. Im dazugehörigen Botanischen Garten mit seinen Orchideen, Bananenbäumen usw. konnten wir das neu erlangte Wissen dann gut verarbeiten.
Am nächsten Tag sind wir schon um 4:30 Uhr aufgestanden, um noch frühstücken zu können und um einen der ersten Busse zu nehmen und so den Touristenmassen zu entgehen.
Mit unserem Guide sind wir als erstes zu einem Aussichtspunkt hochgestiegen. Doch die Ruinen lagen im Nebel und man konnte kaum etwas erkennen. Der Nebel erzeugte aber eine sehr schöne Stimmung, passend zu dieser mystischen Inkastadt. Zwei Stunden wurden wir von unserem Guide durch die Anlage geführt und haben dabei viel Neues und Interessantes erfahren. Hier das Wichtigste:
Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Südamerikas wurde nie von den Spaniern entdeckt und war bis zum frühen 20. Jahrhundert nur den Einheimischen bekannt. Obwohl Machu Picchu seit seiner "Entdeckung" intensiv erforscht wird, bleibt vieles rätselhaft. Der Zweck der Stadt ist zum Beispiel bis heute unklar und es wird nur spekuliert. Lange glaubte man, dass Machu Picchu die Stadt der "ausgewählten" Frauen war, da 80% der dort gefundenen Skelette weiblich sind. Bei Nachforschungen stellte man allerdings fest, dass dem nicht so war und diese Theorie hatte sich somit erübrigt. Einige Forscher meinen auch, dass die Festung in den letzten Jahren des Inkareichs gegründet wurde, um die Kultur zu bewahren. Wieder andere sind der davon überzeugt, dass Machu Picchu als königlicher Schlupfwinkel oder Landsitz diente. Bei all diesen Unklarheiten, sieht man es aber als erwiesen an, dass Machu Picchu ein bedeutendes zeremonielles Zentrum war, auf Grund seiner hervorragenden Steinarbeiten und reichen Verziehrungen.
Nachdem wir uns von unserem Guide verabschiedet hatten, sind wir noch den Wayna Picchu hinaufgestiegen. Von dort aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Anlage und man erkennt die Kondorform, in der die Stadt angelegt ist. Der Kondor spielte bei den Inkas eine bedeutende spirituelle Rolle, da er durch seine ausgezeichnete Flugfähigkeit den Himmel mit der Erde verband. Danach hatten wir immer noch nicht genug und sind nochmal zum Aussichtspunkt hochgelaufen, da wir am frühen Morgen ja fast nichts gesehen hatten. Nun lag die Ruinenstadt klar sichtbar vor uns. Dort hätte ich ewig bleiben können und spätestens nun war ich davon überzeugt, dass Machu Picchu zurecht eines der neuen sieben Weltwunder ist.
Schliesslich mussten wir uns aber von diesem wunderbaren Ort losreissen, denn unser Zug nach Cusco fuhr bereits am Nachmittag.
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