Montag, 12. Mai 2008

Trujillo

Am nächsten Morgen kamen die Holländerin und ich in der schönen Kolonialstadt Trujillo an, die an der Nordküste liegt. Dort trennten sich leider unsere Wege. Doch kaum hatte ich mich von der Holländerin verabschiedet, setzte sich eine Berlinerin zu mir an den Tisch und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Also haben wir gleich mal zusammen einen Strandtag eingelegt. Die Sonne hat mir nach den kalten Tagen in Huaráz richtig gut getan. Da die Wellen aber bestimmt 1,5m groß waren, haben wir uns nicht ins Wasser getraut. Dafür konnten wir aber den Sufern und den einheimischen Fischern zusehen. Die dortigen Fischer benutzen seit mehr als 1000 Jahren kleine aus Schilf geflochtene Boote. Auf denen sitzen sie dann mit den Beinen im Wasser und paddeln geschickt gegen die großen Wellen an. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang ging es wieder zurück ins Hotel.

Für den nächsten Tag hatte ich eine Tour zum Mond-und Sonnentempel und zur riesigen Lehmstadt Chan Chan gebucht. Doch zunächst fuhren wir zu den Tempeln. Diese aus Millionen von Lehmziegeln erbauten Pyramiden stammen aus der Moche-Kultur (200 v. Chr.-850 n. Chr.) und liegen mitten in der Wüste. Leider wurde ein großer Teil durch heftige Regenfälle zerstört und es gab nicht mehr so viel interessantes zu sehen. Doch einige erstaunlich gut erhaltene Wandfriese mit ihren stilisierten Figurendarstellungen waren doch sehr beeindruckend.
Am Nachmittag haben wir uns Chan Chan angeschaut. Das etwa 1300 n. Chr. von den Chimú erbaute und 25 km² große Chan Chan ist die größte präkolumbische Stadtanlage ganz Amerikas und zugleich die größte Lehmziegelstadt der Welt. Einst wohnten in ihr etwa 60.000 Menschen und sie besaß unermessliche Schätze an Gold, Silber und Keramik. Durch die Plünderungen der Spanier ist davon heute kaum noch etwas übrig geblieben. Auch Chan Chan viel starken Regenfällen zum Opfer, weshalb heutzutage vor allem seine Größe beeindruckt. Einige original Friese und einige restaurierte kann man allerdings entdecken.
Obwohl ich alles ziemlich interessant fand, war ich doch froh, als die Tour dann vorbei war, da es ganz schön anstrengend ist den ganzen Tag einem spanischsprechendem Führer zuzuhören und das Neugelernte aufzunehmen.

Am dritten und letzten Tag in Trujillo bin ich durch die schöne Stadt geschlendert und habe mir einige der wunderschönen Kolonialhäuser angeschaut. Diese gibt es dort in allen Farben und sie bestechen vor allem durch ihre schönen Innenhöfe und die verschnörkelten Fenstergitter. Auf der Plaza de Armas lässt es sich in Trujillo auch gut aushalten, da auf dieser Palmen und eine Statue stehen und sie von bunten Häusern umgeben ist.
Am Abend habe ich mich dann wieder mit der Berlinerin getroffen, weil wir beschlossen hatten zusammen nach Máncora an den Strand zu fahren.

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