Am Samstag bin ich mal wieder sehr früh aufgestanden, weil wir einen Ausflug geplant hatten. Mit dem Bus ging es erneut ins Urubambatal. Diesmal wurden wir aber an der Abzweigung zu Moray rausgeschmissen, wo dann schon viele Taxis gewartet haben, um die Touristen zu den Terrassen von Moray zu bringen. Diese Taxifahrt war schon ein Erlebnis. Die Strasse war größtenteils unbefestigt und sehr kurvig. Mehrmals musste der Taxifahrer bremsen, weil eine Herde von Eseln, Kühen oder Schafen im Weg stand. Da wir mit Moray angefangen haben, sind wir zum Glück den Touristenmassen entgangen und konnten so weitgehend in Ruhe die schöne Aussicht von dort oben geniessen. Die Terrassen sind kreisförmig und angelegt und ziehen sich weit nach unten ins Tal. So konnten die Inka dort landwirtschaftliche Experimente durchführen, weil jede Terrasse eine Region des Inkareiches simulierte. Inzwischen werden die Terrassen wieder von Einheimischen landwirtschaftlich genutzt und es war interessant zu sehen, wie sie dort mit den einfachsten Mitteln arbeiteten.
Anschließend haben wir uns die Salinas von Maras angeschaut. Diese Salzterrassen sind ebenfalls bereits in der Inkazeit entstanden. Sie werden aus einer salzhaltigen Quelle gespeist. Das Wasser verdunstet in der Sonne, wodurch das Salz gewonnen werden kann. Die Anlage wird heute noch für Tiersalzsteine genutzt. Wir sind über die ganzen Terrassen gelaufen und man musste teilweise echt aufpassen, dass man nicht in eines der Salzbecken fällt. Zu Fuss wollten wir dann nach Urubamba laufen. Die Betonung liegt auf "wollten" denn wir haben uns verlaufen! Nachdem wir an mehreren einfachen Lehmhäusern vorbeigekommen sind, Hunden wie Schweinen ausgewichen sind und mehrere kleinere Arme des Urubambaflusses übersprungen haben, befanden wir uns im Niemandsland. Weit und breit nur der Fluss, steppenähnliche Wiesen, Tiere und Berge. Vergeblich haben wir nach einer Brücke gesucht, um den Urubambafluss zu überqueren und so der Strasse und den Taxis näher zu kommen. Also mussten wir uns wohl oder übel auf den langen Rückweg machen. Als wir dann endlich an der Strasse standen hat es noch eine ganze Weile gedauert bis ein freies Colectivo gehalten hat, mit dem wir dann nach Urubamba gefahren sind. Dort konnten wir dann endlich zu Mittagessen! Wir waren so kaputt, denn den ganzen Tag über war es sehr heiss gewesen. Obwohl ich nicht sonderlich sonnenempfindlich bin und mich mit LSF 20 eingecremt habe, habe ich mir einen Sonnenbrand geholt.
Von Urubamba ging es mit dem Bus weiter nach Chinchero, wo wir uns nochmal Inkaterrassen angeschaut haben. Nach den vorherigen waren diese nicht mehr so beeindruckend und wir haben es mehr deshalb gemacht, weil wir unser Boleto Turistico ausnutzen wollten. Dies ist ein ziemlich teures Sammelticket für die mehr oder weniger sehenswürdigen Sehenswürdigkeiten in Cuscos Umgebung. Ein paar interessante sind aber doch dabei und man kommt dort leider nur mit diesem Ticket rein. Es schliesst zum Beispiel auch einige Museen ein, die so grottenschlecht sind, dass sie schon wieder lustig sind. Ich habe mich teilweise wie auf einem Ramschmarkt gefühlt und nicht etwa wie in einem Museum. Nun aber zurück zu Chinchero. Der dortige Markt und die Kirche waren aber wirklich lohnenswert. Die Kirche unterscheidet sich ziemlich von europäischen Kirchen. Den zahlreichen religiösen Gemälden sieht man zum Beispiel an, dass sie in Peru entstanden sind, weil sie neben den Heiligen, die dortige Landschaft darstellen. Die Kirche war auch mit vielen Goldgegenständen ausgestattet, die allerdings schon bessere Tage gesehen haben. Im Gegensatz zu diesen Schmuckstücken stand dann der hintere Teil der Kirche, wo unglaublich viel Müll herumstand; eine interessante Mischung.
Sobald wir im Taxi zurück nach Cusco sassen, hat es sehr stark angefangen zu regnen, zu hageln und zu gewittern, was so weit oben schon noch mal ein Erlebnis für sich ist. Als wir dann endlich in Cusco waren, hatten wir Schwierigkeiten überhaupt in das angestrebte Café zu kommen. Mein Spanischlehrer hat aber gemeint, dass es noch viel stärker regnen und gewittern kann!!! Das kommt dann wohl im Dezember und Januar, in der Regenzeit, auf mich zu...
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1 Kommentar:
Hallo Liv,
habe gestern mit deiner mama telefoniert und sie hat mich auf den link aufmerksam gemacht. deine berichte finde ich echt spannend und gut zu lesen. Ich wünsche dir eine gute zeit und hoffe, du kommst gesund zurück und das du noch viele berichte hier postest. liebe grüsse von andrea, katharina, nathalie und christian.
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