Als der Bus in Pisco ankam, waren wir ersteinmal ziemlich schockiert. Die Stadt ist sehr heruntergekommen und die Spuren vom Erdbeben des letzten Sommers sind noch kaum beseitigt. Zu dieser Schauerkulisse kommt noch hinzu, dass Pisco eine der gefährlichsten Städte Perus ist. Deshalb hatten wir sehr Angst. Zunächst haben wir uns nichteinmal getraut ein Taxi zu nehmen. Aber da wir unbedingt schnellst möglich aus der Stadt herauskommen wollten, sind wir schließlich doch in ein Taxi gestiegen, das uns sicher in das Hafenstädtchen El Chaco gebracht hat. Dort haben viele reiche Peruaner ihre Strandhäuser und man kann dort beruhigt an den Strand gehen oder auf der Strasse spazieren. Wir haben uns sofort wohl und vor allem sicher gefühlt.
Diesmal haben wir den Sonnenuntergang vom Strand aus verfolgt, was auch sehr schön war. Beim Abendessen haben wir zwei Peruaner kennengelernt. Einer von ihnen war Salsalehrer. So hat er den Restaurantbesitzer gebeten Salsamusik aufzulegen und hat Maria und mich aufgefordert. Er hat uns nur so herumgewirbelt, so dass uns ganz schwindelig wurde und wir ins Schwitzen kamen.
Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, weil wir eine Tour zu den Islas Ballestras gebucht hatten, die auch als die peruanischen Gallapagos Inseln bekannt sind. Leider waren wir bei weitem nicht die Einzigen. Fast im Minutentakt starteten Schnellbote mit jeweils 30 Personen. Trotzdem war der Besuch auf jeden Fall lohnenswert. Unterwegs haben wir angehalten um Perupelikane zu beobachten und uns den dreizackigen Geoglyphen "El Candalero" anzuschauen. Dies ist eine über 2000 Jahre alte in den Fels gekratzte Figur in der Form eines Kerzenständers. Aber über ihre Bedeutung herrscht weitgehend Unklarheit. Die Fahrt an der Halbinsel Páracas entlang war sehr schön, da die Küste steil abfällt und sich hinter ihr Dünen erheben.
Für mich ist es wirklich ein Rätsel warum Pinguine, Seelöwen und hunderte verschiedene Vögel ausgerechnet auf den Islas Ballestras leben. Sie bestehen nämlich nur aus Fels und "Guano" - Vogelkot. Gewiss, es gibt dort viele schöne Felsformationen und Höhlen, aber ansonsten? Es war ein tolles Erlebnis Pinguine und Seelöwen in der freien Natur zu erleben. Davor kannte ich sie nur aus dem Zoo. Delfine haben wir aber leider nicht sehen können.
Nach diesem Ausflug sind wir an den Strand gegangen - im Januar! Ich habe es richtig genossen, mich zu sonnen und dann zur Abkühlung etwas zu schwimmen!
Doch auch dieser Tag ging viel zu schnell vorbei und am Abend habe ich mich nach einem ausgedehnten Strandspaziergang auch schon wieder auf den Rückweg ins kalte, verregnete Cusco gemacht. Maria ist noch eine Nacht geblieben und am nächsten Tag weiter nach Lima, von wo aus sie schon wieder zurück nach Deutschland geflogen ist. Um nach Cusco zu kommen, musste ich zunächst wieder zurück nach Ica - gar nicht so einfach. Die Busse nach Ica kommen alle aus Lima und sind, wenn sie in Pisco ankommen, größtenteils schon besetzt. So ist in Pisco immer ein ganzer Pulk den ankommenden Bussen entgegengerannt, meistens vergeblich. Ich war schon sehr verzweifelt, weil ich ja meinen Bus nach Cusco erwischen musste! Nach einigem verzweifeltem Betteln hatte ich als eine der wenigen das Glück einen Platz zu ergattern. War das eine Erleichterung! Von nun an lief aber alles glatt und ich kam am nächsten Tag nach insgesamt 18 Stunden Fahrt wohlbehalten in Cusco an.
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