Mittwoch, 19. März 2008

Sucre

In Sucre habe ich meinen ehemaligen Klassenkameraden Christian besucht, der dort seinen Zivi macht.

Ich bin morgens angekommen und wir sind ersteinmal richtig lecker frühstücken gegangen. Vom Café aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf Sucre. Danach sind wir ins Zentrum gelaufen. Sucre soll die schönste Stadt Boliviens sein und soweit ich das beurteilen kann, stimme ich dem auf jeden Fall zu. Sie wird auch "Ciudad Blanca", die weisse Stadt, genannt, da sich im Zentrum zahlreiche wunderschöne weisse Kolonialhäuser und Kirchen befinden. Der Markt dort hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, weil man dort für ein paar Bolivianos leckere frischgepresste Fruchtsäfte bekommt.
Am Nachmittag haben wir uns mit den anderen Zivis und Freiwilligen ein Fussballspiel angeschaut. Dafür mussten wir nur 8 Bolivianos zahlen, also keinen Euro. Und das war auch gut so, denn das Spiel war total langweilig und von niedrigem Niveau, obwohl es erste Liga war. Ich möchte mal behaupten, dass bei uns Drittligamannschaften bei weitem besser sind.
Abends sind wir noch Volleyballspielen gegangen. Obwohl ich seit Oktober keinen Sport mehr gemacht habe, fand ich es gar nicht anstrengend. Vielleicht macht sich Cuscos Höhe doch bemerkbar. Danach waren wir noch in einem "Gringoschuppen" lecker essen und haben uns noch einen Drink in einer netten Bar gegönnt.

Am Sonntag haben wir einen kleinen Ausflug zum "Parque Bolivar" gemacht, der mir echt gut gefallen hat, da es dort auch einen kleinen süssen Rummel gibt, mit Ponyreiten, Riesenrad, Zuckerwatte... Da kamen richtig Kindheitserinnerungen hoch. Man hatte das Gefühl, man befände sich in einem westlichen Stadtpark und nicht mitten in Südamerika. Das dortige Eifelturmmodell hat aber ganz sicher nicht dazu beigetragen. Denn der "bolivianisch Eifelturm" sah alles andere als originalgetreu aus und war eher lächerlich als schön.

Am Montag, meinem letzten Tag in Sucre, haben wir das "Museo de Arte Indígena", das Museum der indigenen Kunst, besucht, wo vor allem die verschiedenen Webkünste thematisiert werden. Es war wirklich interessant und die feinen, sehr komplizierten Muster sehr beeindruckend. Man konnte dort auch einer Frau beim Weben zusehen. Respekt! Das ist einfach eine Heidenarbeit und mir ist es auch ein Rätsel wie man bei so vielen Fäden den Überblick behalten kann. Für ein Tuch brauchen die Frauen drei Monate, vorausgesetzt sie arbeiten täglich viele Stunden daran. Da die Indígenas aber noch Arbeiten auf den Feldern und im Haushalt erledigen müssen, brauchen sie meistens doch ein halbes Jahr!
Anschliessend waren wir noch etwas essen und dann musste ich schon zum Bus. Wir hatten uns etwas verkalkuliert und so wurde es am Ende noch ganz schön stressig. Zwei Minuten vor Abfahrt kam ich am Busterminal an! Es hat aber noch alles wunderbar geklappt und einige Reisende waren sogar noch später dran.

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